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Matthias Koeberlin spricht über Hörspiel im Theater am Marientor in Duisburg

Interview mit Matthias Koeberlin : Hörspiel im TaM über Gen-Manipulation

„Die Unmöglichen“ heißt ein brisanter Abend im Theater am Marientor, bei dem prominente Schauspieler mitwirken. Matthias Koeberlin ist einer von ihnen.

Ein ungewöhnliches Hörspiel auf der Bühne ist am Samstag, 9. März, 19.30 Uhr, im Theater am Marientor zu erleben. Es heißt „Die Unmöglichen“. (Es gibt noch Karten ab 47 Euro). Darum geht es: Ein deutsches Ehepaar reist nach England, um in einer Privatklinik per In-Vitro- Fertilisation ein Kind zu zeugen. Drei Embryonen entstehen, aber nur einer wird eingepflanzt werden. In einer Parallelmontage werden die drei möglichen Leben der Embryonen – Amelie, Max und Fabian – erzählt. Claudia Michelsen und Thomas Loibl spielen das Ehepaar, das keine Kinder bekommen kann und sich deshalb auf die Reise begibt, um mit medizinischer Hilfe der Mutter das genetisch „wertvollste“ Material einzupflanzen. Die drei Embryonen, die im Reagenzglas entstehen, werden von Meret Becker, Matthias Koeberlin und Ronald Zehrfeld verkörpert. Jan Josef Liefers ist der moderierende Erzähler. Ute Korinth interviewte Matthias Koeberlin für die RP.

Die Seite GoldeneKamera.de titelt „Matthias Koeberlin: Der Mann für Millionen“ und schreibt, Sie seien still und leise in die Top-Liga des Fernsehens aufgestiegen. Und das, obwohl Sie eigentlich Journalist werden wollen. Was motiviert Sie am meisten am Schauspielern?

Koeberlin Für mich ist die Motivation, den Zuschauer für eine gewisse Zeit zu entführen und zu unterhalten. Unerheblich, ob vor der Kamera, auf der Bühne oder beim Hörbuch. Ich empfinde es als großes Geschenk mit meinen Figuren die Möglichkeit zu haben, auf eine Reise zu gehen, und hoffe immer wieder, dass mich möglichst viele Zuschauer oder Zuhörer begleiten.

Mit „Die Unmöglichen“ wird ein Hörspiel auf die Bühne gebracht. Was hat Sie daran gereizt, dieses Engagement zuzusagen?

Koeberlin Zum einen die Geschichte und zum anderen, ist es immer etwas Besonderes mit tollen Kollegen Lesungen auf großer Bühne zu haben. Es ist ein buntes Ensemble und wir freuen uns alle sehr, wenn wir es trotz vieler Termine zwei- oder dreimal im Jahr schaffen „die Unmöglichen“ auf die Bühne zu bringen.

Eine Frage, die in dem Stück eine Rolle spielt, ist die nach dem Glück. Was macht ein Leben glücklich und lebenswert? Es geht aber auch darum, ob und wie man ein Leben genetisch manipulieren darf. Wie würden Sie persönlich diese Fragen beantworten?

Koeberlin Ich denke, das Glück hat viele Facetten und es gibt viele unterschiedliche Vorstellungen von Glück. Für mich beginnt Glück bei mir selbst, bei meiner Ausgeglichenheit, meiner inneren Ruhe und inwieweit ich mit mir selbst im Reinen bin. Keine Selbstzufriedenheit sondern das Gefühl zu haben, in der Waage zu sein. Ich denke, erst dann lässt sich Glück in der Familie, mit Freunden, im Beruf oder wo auch immer empfinden. Ich sehe eine genetische Manipulation kritisch, nicht aus religiösen Gründen, sondern weil ich Eingriffe in die Genetik, in unser Erbgut als Büchse der Pandora sehe, die man nicht öffnen sollte.

Sie sind Wahl-Kölner. Das liegt es nahe, zu fragen, was für Sie das Besondere an Nordrhein-Westfalen ist. Oder gibt es vielleicht sogar ein besonderes Erlebnis, das Sie mit Duisburg verbinden?

Koeberlin Ich verbinde mit Nordrhein-Westfalen einen bestimmten Schlag Mensch, den ich sehr mag. Offen und direkt, feierwütig und bodenständig, optimistisch und pragmatisch. In Köln sagt man: Jeder Jeck is anders. Dem ist nichts hinzuzufügen!

(RP)