Duisburg: Masern: Impfrate steigt

Duisburg : Masern: Impfrate steigt

Vor fünf Jahren gab es eine Masern-Epedemie in Duisburg mit mehr als 600 Fällen. Kinder starben an den Folgen der Erkrankung. Seitdem ist die Anzahl der geimpften Kinder deutlich angestiegen.

Die Nachrichten von Kindern, die in Folge der Masern-Epidemie von 2006 in Duisburg gestorben waren, erschütterten die Menschen. Dabei kann man sich vor dieser Krankheit mit einer Impfung schützen und mit einer hinreichend großen Anzahl von geimpften Menschen ließen sich die Masern in Mitteleuropa sogar vollständig ausrotten. Dazu sind laut Experten Impfraten von mindestens 95 Prozent erforderlich.

Positive Entwicklung

Zwei Impfungen im ersten bis zweiten Lebensjahr sind ausreichend, um einen wirksamen Schutz vor den Masern auch im Erwachsenenalter zu gewährleisten. Die Anzahl der Kinder in Duisburg, die bei ihrer Einschulung bereits beide Impfungen bekommen haben, steigt seit Jahren stetig an.

Waren im Epidemiejahr 2006 erst 83,8 Prozent der Kinder bei den Schuleingangsuntersuchungen ausreichend gegen Masern geimpft, so stieg diese Zahl im Jahr 2009 bereits auf 92,7 Prozent an. Damit setzte sich eine positive Entwicklung weiter fort, die schon vor dem Masern-Ausbruch in 2006 begonnen hatte. So war im Jahr 2002 nur weniger als jeder dritte Erstklässler zweimal gegen Masern geimpft worden.

Knapp zwei Drittel hatten nur eine einfache Impfung erhalten. Die Zahl der völlig ungeimpften Kinder ist ebenfalls seit Jahren rückläufig. Von 10,3 Prozent in 2002 sank sie auf 2,1 Prozent in 2009.

Mit einer Durchimpfungsquote von 92,7 Prozent ist Duisburg nicht mehr weit entfernt von der von Experten geforderten Schallmauer von 95 Prozent. "Wir sind auf einem sehr guten Weg", bestätigt Dr. Georg Vogt vom Gesundheitsamt. Dabei weist er vor allem auf die gute Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten hin. "Die Kita-Leitungen fragen gezielt bei uns nach. Das alles geschieht freiwillig, es gibt schließlich keine Pflicht", so Vogt.

Auch die Maßnahme, neue Impfungen nur noch bei Vorlage des Impfpasses durchzuführen, habe sich als wirksam erwiesen. Auf diese Weise bleibt gewährleistet, dass das Dokument immer auf dem neuesten Stand ist.

Eine Garantie für die Ausrottung der Masern ab einer Impfrate von 95 Prozent gibt es aber nicht. "Das ist die Theorie. Wenn aber genau die restlichen fünf Prozent in einem Haus wohnen oder in eine Kita gehen, dann stecken die sich gegenseitig an", erklärt Vogt.

Diese positive Entwicklung seit 2002 vollzieht sich dabei nicht nur in Duisburg, sondern in ganz Nordrhein-Westfalen. Duisburg liegt dabei noch ein paar Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt. Dazu meint Dr. Gerhard Vogt: "Das ist für eine Großstadt wie Duisburg natürlich besonders bemerkenswert."

(RP)
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