Duisburg: Martin Schläpfer bekommt Musikpreis

Duisburg : Martin Schläpfer bekommt Musikpreis

Am 29. November wird der Ballettdirektor der Rheinoper mit dem Musikpreis der Stadt Duisburg ausgezeichnet. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wird in Verbindung mit der Köhler-Osbahr-Stiftung verliehen.

Am Donnerstagnachmittag hat sich der Aufsichtsrat der Deutschen Oper am Rhein einstimmig für die Verlängerung der Operngemeinschaft Düsseldorf/ Duisburg ausgesprochen. Gestern wurde im Duisburger Rathaus offiziell bekannt gegeben, dass der Ballettdirektor der Rheinoper, Martin Schläpfer, den Musikpreis der Stadt Duisburg 2015 bekommen wird. "Das ist wirklich ein fantastischer Zeitpunkt", sagte Schläpfer denn auch gestern, sichtlich gerührt und erfreut zugleich.

Der Generalintendant der Rheinoper, Prof. Christoph Meyer, konnte dem nur beipflichten: "Wir haben nun Planungssicherheit bis 2022, und Martin Schläpfer hat seinen eigenen Vertrag bis 2019 bei uns verlängert. Jetzt können wir vorerst sorglos weiterarbeiten."

Duisburgs Kulturdezernent Thomas Krützberg hob hervor, dass es Martin Schläpfer gelungen sei, das Ballett der Rheinoper in den sechs Jahren seines Wirkens auf eine internationale Spitzenposition gebracht zu haben. Und nicht zuletzt sei es Schläpfer gelungen, sowohl in Düsseldorf als mittlerweile auch in Duisburg "Publikum zu ziehen".

Der Theaterwissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Schläder, Vorstandsmitglied der Köhler-Osbahr-Stiftung und einer der Juroren, die Schläpfer zum Duisburger Musikpreisträger 2015 gekürt hatten, skizzierte beim Pressegespräch das Besondere von Schläpfers Choreographien. Er zeige in seinen Arbeiten so viel, dass eine einzige Perspektive auf das Bühnengeschehen nicht ausreiche, um alles zu erfassen. Man könne auch beim wiederholten Anschauen seiner Bühnenwerke immer wieder Neues entdecken. Schläpfer definiere das Verhältnis zwischen Kunstwerk und Zuschauer neu. Das mache seine Ballettabende international einmalig. Schläpfer gehöre zu den ganz großen Choreographen der Gegenwart. Schläpfer bedankte sich für diese Worte, die er auf seine gesamte Compagnie beziehe. Er gehöre zu den Choreographen, die gerne über ihre Arbeiten sprechen. Dabei gehe er das Risiko ein, dass er durch die Texte in den Programmheften gewissermaßen festgelegt werde. Gleichwohl sei er der Meinung, dass Kunst letztlich immer auch Geheimnisse bewahren müsse. Und bei Generalintendant Prof. Meyer, der ihn an die Rheinoper geholt hatte, bedankte er sich ausdrücklich, weil dieser Oper und Ballett gleich hoch einschätze und ihm so die Chance gebe, "international nach vorne zu stoßen".

Der Musikpreis der Stadt wird Martin Schläpfer am Sonntag, 29. November (1. Advent), um 11 Uhr, im Theater der Stadt Duisburg von OB Sören Link überreicht. Die Laudatio auf Schläpfer hält der Kritiker Manuel Brug. Es wird ein Rahmenprogramm aus Ballett und Musik geben. Kaufkarten für die Preisverleihung werden ab dem 16. November angeboten (fünf Euro). Martin Schläpfer wurde 1959 in Altstätten (Schweiz) geboren. Seine Tanzausbildung absolvierte er in St. Gallen und London. 1977 wurde er in Lausanne als bester Schweizer Tänzer ausgezeichnet.

Er wurde Solotänzer unter Heinz Spoerli in Basel. 1994 wurde Schläpfer Direktor des Berner Balletts, von 1999 bis 2009 leitete er das Ballett in Mainz. Seit der Spielzeit 2009/ 2010 ist er Ballettdirektor an der Rheinoper. Schläpfer erhielt im Laufe seiner Karriere zahlreiche Auszeichnungen. 2013 bekam er das Angebot, als Nachfolger von Vladimir Malakhov Ballettdirektor beim Berliner Staatsballett zu werden. Schläpfer lehnte ab und blieb der Rheinoper treu.

(RP)
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