Duisburg: Man in Black - gegen Möhnen ohne Chance

Duisburg : Man in Black - gegen Möhnen ohne Chance

Erstmals nach 2010 gab es wieder einen Rathaussturm. Zum Feiern mussten die Narren aber draußen bleiben.

Um 11.11 Uhr ist es so weit — die Prinzengarde marschiert auf dem Burgplatz vor dem Rathaus auf. Pünktlich auf die Minute wird Oberbürgermeister Sören Link von den jecken Weibern "abgeführt" und auf der Bühne "entschlipst". Fünf Schnitte — und weg ist die Krawatte, sein blaues bestes Stück mit gelben Punkten. "Ich hab' mich heldenhaft gewehrt", sagt Link lachend.

"Aber was soll Mann gegen so viele Frauen ausrichten?" Ihn gibt es heute nur im Doppelpack mit Planungsdezernent Carsten Tum zu sehen, beide als Men in Black verkleidet sind. Für Rosenmontag hat er sich aber etwas ganz Besonderes ausgedacht. Es hat mit Zebras und Füchsen zu tun, sagt Link mit einem Augenzwinkern — mehr verrät er nicht.

Die Stadtgarde aus Neudorf ist dem Karnevalsruf gefolgt: "Wir freuen uns auf die Schlager, und natürlich auf die Blauen Jungs!" Für Stimmung und Bühnenprogramm sorgt diesmal Radio Duisburg in Zusammenarbeit mit dem Hauptausschuss Duisburger Karneval. In diesem Jahr findet die Rathaussturm-Party zum ersten Mal seit einigen Jahren der Abstinenz wieder statt.

Der Platz ist brechend voll, rund 400 Narren feiern kostümiert die Weiberfestnacht. Bienen, Piraten und Indianer tummeln sich dort neben Marienkäfern und Vogelscheuchen. "Wir würden uns nur wünschen, wieder drinnen im Rathaus feiern zu dürfen", erzählt eine bunt geschminkte Möhne, "in unserem alten Rathaus — wie früher." Aufgrund der Sicherheitsauflagen kann das Rathaus nur symbolisch gestürmt werden.

Mit Schwierigkeiten rechnet das Deutsche Rote Kreuz (DKR) an diesem Tag nicht. Nachdem der Oberbürgermeister seine Stellung aufgeben musste, wird auch Prinz Gutti auf der Bühne "entmachtet", und sein weibliches Gefolge übernimmt die Show. "Wenigstens mein Pferd hat man mir gelassen", meint Gutti und deutet auf sein Steckenpferd, "meinen Ingo." Bis Aschermittwoch wird die Stadt von den Möhnen regiert. Mit strahlendem Sonnenschein und gut gelaunten Duisburgern feiern sie die erfolgreiche Rathausstürmung. Die Auszeichnung als schönste Kostümgruppe gewinnt eine Herde Giraffen, die ihre Verkleidung an drei Nachmittagen selbst genäht haben. Als Preis gibt es einen Gutschein für das Prinzenfrühstück und ein Brunch in der Schifferbörse.

Mit einem dreifachen "Helau" und ihrer Livemusik bringt die KG Alle Mann an Bord, "Die Blauen Jungs", selbst den Oberbürgermeister zum Schunkeln. Auch das Kinderprinzenpaar lässt sich das tolle Spektakel nicht entgehen. Prinz Jason betritt mit geflochtenen Zöpfen und rosa Krone die Bühne und gesteht: "Die Mädchen haben mich verkleidet. Die Prinzessin hat heute das Sagen hier." Der Auftritt der Kinderprinzencrew heizt die Altweiberparty mit ihrem Tanz mächtig ein. Prinzessin Kiki nimmt die Begeisterung gelassen auf: "Wer uns bis jetzt noch nicht kennt, der hat Karneval echt verpennt!"

Als weiterer Programmpunkt steht Schlagersänger Marko Stein auf der Bühne. Ihm folgt als Highlight Jörg Bausch, der in einem silbernen Glitzersakko seine Schlager zum Besten gibt. Der Präsident des Hauptausschuss Duisburger Karneval, Michael Jansen, stellt fest: "Duisburg ist und bleibt eine Karneval-Hochburg."

(RP)
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