Malteser-Ärzte aus Duisburg stehen in Vietnam am OP-Tisch

Ehrenamt : Duisburger in Vietnam am OP-Tisch

Zwei Homberger Kieferchirurgen sind regelmäßig ehrenamtlich in Vietnam unterwegs. Zuletzt operierten sie dort rund 80 Patienten. Dr. Sieber ist seit 20 Jahren im Einsatz.

(RPN) 82 Operationen in knapp 14 Tagen – das ist die Bilanz der beiden Homberger Kieferchirurgen Dr. Helmut Sieber und Dr. Andreas Hammacher vom Malteser St. Johannes-Stift und ihren Kollegen bei ihrem letzten ehrenamtlichen Mediziner-Einsatz in der vietnamesischen Stadt DaNang.

„Wir fliegen bereits seit 1997 ein bis zwei Mal im Jahr nach DaNang. Wir operieren in erster Linie Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. In Vietnam leiden drei Mal mehr Kinder daran als in Deutschland“, berichtet Dr. Sieber, der vor fast 20 Jahren zu den Mitbegründern der Hilfsaktion der Deutsch-Vietnamesischen Gesellschaft zur Förderung der Medizin (www.deviemed.de) gehörte. „In den Großstädten Hanoi und Saigon ist die medizinische Versorgung gut, aber in der Mitte des Landes sind die Menschen bitterarm und die medizinische Versorgung schlecht“, so Sieber.

Seit der Gründung der Gesellschaft konnten mehr als 3400 Kinder und junge Erwachsene behandelt werden. „Für mich ist es eine ganz neue Erfahrung gewesen. Es hat wirklich Spaß gemacht, die Kinder vor Ort zu versorgen, zumal wir uns auch auf das Operieren konzentrieren können und kaum administrative Aufgaben haben“, erklärt Dr. Hammacher, der diesmal zum ersten mal mitgeflogen war.

„Wir haben dort zwei OP-Tische in einem Saal an denen wir parallel operieren. Der Klinik-Tag beginnt für uns um 8 Uhr und endet meist nicht vor 18.30 Uhr. Wenn wir aus dem OP rauskommen, sehen wir viele strahlende Eltern, die sich freuen, dass ihren Kindern geholfen wurde. Das macht uns sehr demütig“, berichtet Dr. Sieber. Schon Wochen vor dem Einsatz der Chirurgen aus Duisburg kündigen die Medien die medizinische Behandlung an. Vor allem aus den Dörfern an der Grenze zu Laos kommen dann die Patienten in das Krankenhaus.

Die ursprüngliche Klinik wurde bereits 1968 während des Vietnamkriegs als Ersatz für das Hospitalschiff Helgoland gebaut. „Das hat natürlich für uns eine besondere Bedeutung. Denn das Krankenhaus wurde von den deutschen Maltesern errichtet und nach Kriegsende den Menschen in Vietnam zur Verfügung gestellt“, erklärt Dr. Sieber. Mittlerweile wurde die Klinik mehrfach ausgebaut und ist heute deutlich größer als vor 50 Jahren. Die beiden Malteser-Ärzte sind übrigens vor Ort ganz landestypisch unterwegs. Den Weg ins Krankenhaus legten sie auf Mopeds zurück, manchmal mit Folgen: „Ich hatte meinen internationalen Führerschein nicht dabei und wurde von der Polizei angehalten. Das hat dann 500.000 Dong gekostet, umgerechnet knapp 20 Euro. Aber auch das war eine Erfahrung wert“, berichtet Dr. Sieber.

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