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Mafiamorde aus Duisburg als Vorlage für TV-Krimi mit Heino Ferch​

„Die Spur der Mörder“ : Mafiamorde aus Duisburg als Vorlage für TV-Krimi mit Heino Ferch

Am Freitag gibt es True Crime aus der Region im TV zu sehen: Heino Ferch schlüpft in die Rolle des echten Polizisten Ingo Thiel. Als Vorlage dienen die Mafiamorde in Duisburg von 2007.

Bereits drei Mal schlüpfte Heino Ferch in die Rolle des Polizisten Ingo Thiel – nach einem Vorbild aus dem echten Leben. Jeder, der den ersten Krimi „Ein Kind wird gesucht“ (2017) gesehen hat, der weiß: Wenn Thiel einmal die Fährte aufgenommen hat, lässt er nicht mehr los. In der Fortsetzung „Die Spur der Mörder“ (2019) spielt er den Star-Ermittler wieder – und genau wie im ersten Teil gibt es eine echte Vorlage: Die Mafiamorde von Duisburg 2007. Arte zeigt „Die Spur der Mörder“ an diesem Freitag um 20.15 Uhr.

Wer sich ein bisschen in Kriminalgeschichte auskennt, wird merken, dass sich die Macher an dieser Stelle einen interessanten Kniff erlaubt haben. Die Figur Thiel hat eine echte Vorlage, der Mafia-Plot ebenso. Aber beides zusammen – das hat es in dieser Form eigentlich nie gegeben.

In Duisburg ermittelte in der Realität Heinz Sprenger, auch genannt „Der wahre Schimanski“. Darsteller Heino Ferch erklärte die ungewöhnliche Konstellation mit dem allgemeinen Wunsch, dass er nochmal den Thiel spielt. „Daher hat man das alles mit Sprenger besprochen, der auch ein Buch über die Morde geschrieben hat“, berichtet er der Deutschen Presse-Agentur. Der sei damit einverstanden gewesen – und zu Besuch sogar zum Set gekommen.

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Inhaltlich folgt der zweite Thiel-Fall der Logik und der Machart des ersten. Der Fokus liegt auf dem Nachzeichnen der Polizeiarbeit, dem Zusammenlegen aller Puzzleteile. Auch auf dem Rennen gegen die Mauern des deutschen Justiz-Systems, etwa beim Thema Datenschutz.

Die Mafiamorde von Duisburg erregten 2007 nicht nur wegen ihrer Brutalität großes Aufsehen, sondern auch weil sie ein Schlaglicht auf die Machenschaften der 'Ndrangheta in Deutschland warfen. Sechs Männer des Clans Pelle-Vottari wurden damals vor dem italienischen Restaurant „Da Bruno“ erschossen. Die Opfer saßen in ihren Autos, dabei wurden 54 Schüsse auf sie abgegeben. Hintergrund des Massakers war eine blutige Fehde zweier Familien.

Ingo Thiel folgt in dem Film den Spuren bis nach Italien, in ein staubiges Dorf, das erkennbar unter dem Joch der Mafia leidet.

Arte zeigt „Die Spur der Mörder“ am Freitag, 8. Juli, um 20.15 Uhr.

(dpa/dab)