Duisburg: "Madama Butterfly" wieder auf der Bühne

Duisburg : "Madama Butterfly" wieder auf der Bühne

Eine ganze Spielzeit mussten wir auf sie verzichten. Doch jetzt nahm die Deutsche Oper am Rhein ihre außergewöhnliche und erfolgreiche Produktion der Oper "Madama Butterfly" von Giacomo Puccini, die seit fast 14 Jahren in Düsseldorf und Duisburg gespielt wird, in ihrem Duisburger Haus wieder auf.

Immer wieder sehenswert ist die Inszenierung von Robert Carsen, die das vermeintliche Rührstück zur großartigen Kenntlichkeit treibt. Das zeigt sich schon rein äußerlich an der eindrucksvollen Ausstattung von Paul Steinberg. Es dürfte sich bereits herumgesprochen haben, dass hier im ersten Akt ein riesiger Schiffsrumpf in die japanischen Wände hineinragt, von dem die Amerikaner hochmütig auf die Japaner herabschauen. Im zweiten Akt haben sich die Fragmente auf dem Bühnenboden dann zu den Umrissen der japanischen Inseln formiert.

Carsen hatte für seinen Antwerpener Puccini-Zyklus die gesellschaftskritischere Urfassung der "Butterfly" gewählt. Genial vor allem, wie das große Orchesterzwischenspiel nach dem Summchor im zweiten Teil für eine Traumsequenz genutzt wird. Das muss man erlebt haben.

Nataliya Kovalova gibt ganz passend eine weniger zarte als vielmehr dramatisch-tragische Butterfly. Eine junge Frau, die recht gut weiß, was sie will — im Publikum wird geschmunzelt, wenn sie sich schon wieder eine Zigarette ansteckt. Mikhail Agafonov von Nationaltheater Mannheim ist ein entsprechender Pinkerton: bullig und arrogant, aber kein Unmensch. Aus dem vorzüglichen Ensemble erwähnt werden müssen zumindest noch zwei erfreuliche Debütanten aus dem Opernstudio: die griechisch-amerikanische Sopranistin Jessica Stavros als Kate Pinkerton und der rumänische Bariton Bogdan Baciu als Heiratskommissar.

Düsseldorfer Symphoniker

Da die Duisburger Philharmoniker an diesem Abend ein Gastkonzert in Coesfeld gaben, saßen im Orchestergraben ausnahmsweise die Düsseldorfer Symphoniker. Sie machten ihre Sache gut, vor allem da der erstklassige Dirigent Enrico Dovico sie zur klaren Glut der Italianità mitnahm. Bei den drei noch vorgesehenen Vorstellungen im Theater Duisburg am 18. und 22. November sowie am 10. Dezember spielen dann wieder die Duisburger Philharmoniker.

Karten unter Tel. 0203 9407777

(hod)
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