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Duisburg: Luft und Liebe: 13 Stunden Dauerfeiern

Duisburg : Luft und Liebe: 13 Stunden Dauerfeiern

Individueller, lauter und bunter wird in Duisburg wohl nirgends gefeiert: Etwa 800 Elektrofans feierten von Samstagabend bis in die frühen Sonntagmorgenstunden (13 Stunden!) auf dem Gelände der Villa Rheinperle.

Wummernde Bässe und außerirdische Melodien brachten die Menge schon in den Mittagsstunden zum Kochen. "Unglaublich, was hier schon los ist", sagte Claudia Och aus Viersen. "Die Musik ist jetzt schon klasse und was soll hier erst los sein, wenn nachher die großen DJs auflegen?" Zu den großen DJs zählten bei "Luft und Liebe Vol. II" 2Raumwohnung, Lexy & K-Paul, Moonbootica, Felix Kröcher und Plank. Mit Leidenschaft und Liebe zur Musik spielten die DJs mit den Partygästen, und das Publikum spielte mit den DJs. Begeistertes Klatschen und ungewöhnliche Tanzstile bestätigten die DJs an ihrem Pult. "Ich bin total begeistert", so Katharina Besike. "So etwas gibt es in unserer Umgebung leider nur noch einmal, und deswegen bin ich so froh, dass Elektrofans heute einfach feiern können, wie sie wollen."

Allgegenwärtig waren die besonderen Outfits, die die Szene ausmachen. Bunte bequeme Turnschuhe - man bedenke, dass einige fast 13 Stunden durchgetanzt haben - und das Tragen einer Sonnenbrille schien für Männer und Frauen gleichermaßen Voraussetzung zu sein. Partygast Nadine Schlupkothen dazu: "Eine Sonnenbrille muss wirklich einfach sein. Wenn man die Augen zumacht und die Musik genießt, muss man ja auch noch gut aussehen." Abgesehen von der Brillenmanie der Technofans ging es auf dem Elektro-Open-Air bunt und flippig zu.

Mit neonbunten Strumpfhosen, knappen Höschen und Blumenketten ausgestattet, wäre man nicht sonderlich aufgefallen. Aber nicht nur die ausgefallenen Outfits verliehen dem Festival das besondere Etwas. Auch Veranstalter Marc Förste hatte einiges zu bieten: Rote Herzluftballons, buntes Konfetti und spezielle Lichteffekte schienen in eine andere Welt zu entführen. "Hier muss jeder Elektrofan mal gewesen sein", sagten Tina und Nadja aus Moers. "Wir sind bereits zum dritten Mal hier und das hat auch einen Grund."

Während hunderte junge Menschen bereits ausgelassen feiern konnten, bildeten sich lange Schlangen und Wartezeiten an den Eingängen bis in die Abendstunden. Diese sorgten bei einigen Elektrofans - vermutlich auch aufgrund des hohen Alkoholpegels vieler Partygäste - für Frustration.

Linda Seeger aus Essen wartete über 30 Minuten, bis sie die Feier erreichte und hätte fast den Heimweg angetreten: "Wenn mich meine Freunde nicht überredet hätten, wäre ich nicht mehr hier, aber die Musik, die ich schon die ganze Zeit gehört habe, macht einfach Lust auf Party." Für dieses Jahr hieß es Abschied nehmen von "Lust und Liebe". Zwei Mal fand das Festival in diesem Jahr statt und "öfter wird es auch in Zukunft nicht stattfinden", bestätigte ein Mitarbeiter des Veranstalters. "Im nächsten Jahr geht es hier natürlich wieder rund und die Leute dürfen gespannt sein, wer sie dann mit elektronischen Beats verwöhnen wird."

(RP)