Mutter von Loveparade-Opfer berichtet Der dunkelste aller Tage

Duisburg · Die größte Technoparty der Welt endete 2010 in einer Katastrophe. Unter den Toten von Duisburg war auch Christian Müller. Zehn Jahre kämpfte seine Mutter im Loveparade-Prozess um Gerechtigkeit – und hat den Glauben nun verloren.

 Gabi Müller am letzten Prozesstag des Loveparade-Verfahrens. 2010 starb ihr Sohn im Gedränge.

Gabi Müller am letzten Prozesstag des Loveparade-Verfahrens. 2010 starb ihr Sohn im Gedränge.

Foto: Christoph Reichwein (crei)

Sonntagmorgen, 5 Uhr, der Tag danach. Zwei Polizeibeamte klingeln an einer Haustür in Hamm, doch Familie Müller weiß längst Bescheid. Die ganze Nacht lang war sie wach und saß im Wohnzimmer zusammen. Mutter Gabi, Vater Uwe, Oma, Opa und Christians Freunde, die ein paar Stunden zuvor noch in Duisburg gefeiert haben. Auf dem Sofa wurde viel geredet und viel geschwiegen, aber vor allem wurden viele Fragen gestellt. Damals wie heute war die wichtigste: Warum? Im Fernsehen lief der Brennpunkt der ARD, aber Antworten gab er keine. Nur Bilder, immer die gleichen. Vom Güterbahnhof, vom Tunnel und der Treppe, von den Technowagen, die noch stundenlang fuhren, von den Menschen, die am Boden lagen, und von denen, die davon noch gar nichts wussten, und weiter tanzten.