Loveparade-Katastrophe: Verfahren zieht sich

Duisburg : Loveparade-Katastrophe: Gerichtsverfahren zieht sich

Einen Termin zur Eröffnung des Hauptverfahrens zur Katastrophe bei der Loveparade gibt es immer noch nicht. Mehr als vier Jahre ist das Unglück, bei dem 21 junge Menschen ihr Leben ließen, her.

Mit einer Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens rechnet das Landgericht Duisburg in diesem Jahr nicht mehr, das teilte ein Sprecher des Gerichtes mit. Nachdem das Gutachten des Sachverständigen, Panikforscher Keith Still, von einigen Verteidigern wegen Befangenheit angezweifelt wurde, will die Staatsanwaltschaft weitere Informationen einholen. Auch eine Stellungnahme des Sachverständigen soll dabei angefordert werden.

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 brach im Karl-Lehr-Tunnel eine Massenpanik aus. Mehr als 500 Besucher wurden dabei schwer verletzt, 21 junge Menschen kamen bei der Veranstaltung ums Leben. Für die Menschen in dem Tunnel gab es keine Fluchtmöglichkeiten, sodass die Vorwürfe vor allem gegen die Stadt Duisburg und den Veranstalter Rainer Schaller laut wurden.

Die Staatsanwaltschaft hatte nach dem Unglück Anklage gegen 10 Mitarbeiter von Behörden und dem Veranstalter erhoben. Ihnen wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

Außerdem wurden rund 90 DVDs und einige CD-Roms mit Bildmaterial des Unglücks der Polizei noch nicht übersendet. Die Auswertung des Materials sei bereits Gegenstand der Akten, die Originaldateien seien dem Gericht allerdings "versehentlich" nicht zugeleitet worden, heißt es seitens des Landgerichtes Duisburg.

Daher haben einige Verteidiger beantragt, die heute ablaufende Frist zur Stellungnahme im Zwischenverfahren zu verlängern. Die Strafkammer will nun auf das Bildmaterial warten und den Verteidigern danach eine "angemessene Frist zur Stellungnahme" geben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Staatsanwaltschaft über Anklage in Loveparade-Unglück

(skr)
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