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Loveparade 2010 Duisburg: Interesse an Gedenken zu Unglück lässt nach

Tragödie in Duisburg : Interesse an Gedenken zu Loveparade-Unglück lässt nach

Zehn Jahre nach der Loveparade-Tragödie in Duisburg gibt es kaum noch Menschen, die die Dienste des Ombudsmanns Jürgen Widera in Anspruch nehmen. Am Freitag jährt sich die Mega-Tanzveranstaltung, die in einer Katastrophe endete.

Der Ombudsmann für die Betroffenen des Loveparade-Unglücks, Pfarrer Jürgen Widera, geht davon aus, dass er sein Ehrenamt zum Ende dieses Jahres abgeben kann. Zehn Jahre nach der Tragödie bei dem Techno-Festival in Duisburg sei das Interesse an Beratung nicht mehr so groß wie noch kurz nach dem Unglück, sagte Widera dem Evangelischen Pressedienst (epd). So liege die Zahl der Anfragen an ihn bei mittlerweile zwei bis drei Betroffenen, die sich im Jahr melden.

Diese Anfragen könnten ohne Probleme auch von den Vertretern der „Stiftung Duisburg 24.7.2010“ beantwortet werden, sagte der evangelische Theologe, der seit April 2013 Ansprechpartner der Stadt Duisburg für Opfer des Loveparade-Unglücks und Angehörige ist. Widera, der auch im Vorstand der Stiftung sitzt, erwartet, dass nach dem jetzt anstehenden Jahrestag das Interesse an den Gedenkfeiern nicht mehr eine so große Rolle spielen wird. Für ihn sei der Jahrestag deshalb ein Markstein und das „Ende eines Prozesses“. Er habe Signale von den Betroffenen erhalten, dass viele nach dem diesjährigen Treffen „nicht mehr jedes Jahr kommen“ wollten.

Am Freitag jährt sich die Mega-Tanzveranstaltung, die in einer Katastrophe endete, zum zehnten Mal. Bei einem Massengedränge im Karl-Lehr-Tunnel und an der Rampe zum Veranstaltungsgelände in Duisburg am 24. Juli 2010 waren 21 Menschen getötet und etwa 650 verletzt worden, viele von ihnen schwer. Das Landgericht Duisburg stellte den Strafprozess Anfang Mai dieses Jahres nach 184 Sitzungstagen ohne Urteil ein, weil das Zusammenwirken mehrerer Ursachen zu den Unglück geführt habe und eine etwaige Schuld der verbliebenen drei Angeklagten nur noch als gering anzusehen sei.

In diesem Jahr stehen die Veranstaltungen rund um den Jahrestag unter den Corona-bedingten Schutzauflagen. Höhepunkt ist am Freitag ab 17.45 Uhr ein öffentliches Gedenken am Mahnmal vor der Wiese zum Karl-Lehr-Tunnel, an dem maximal 100 Menschen teilnehmen dürfen. Wegen der Corona-Auflagen sagten zudem mehrere aus dem Ausland stammende Familien, deren Kinder bei dem Unglück ums Leben kamen, ihre Reise nach Duisburg ab.

(chal/epd)