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Duisburg: Lösungsansatz mit "Parkplatz-Sharing"

Duisburg : Lösungsansatz mit "Parkplatz-Sharing"

Gut besucht war die Bürgeranhörung der CDU zum Thema "Parkraumbewirtschaftung in Duissern" im Pfarrsaal der Gemeinde St. Elisabeth. Die Unzufriedenheit der Betroffenen ist noch immer groß.

Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Duissern / Stadtmitte Nord, Hans-Peter Helmer, war sichtlich überrascht über die massive Kritik an der neuen Regelung, die in der Anhörung zutage trat. "Ich war eigentlich sehr zufrieden mit der Lösung", äußerte sich Helmer, der froh war, als Anwohner der Martinstraße seit November wieder genügend Parkmöglichkeiten in seinem Wohnumfeld zu haben. Das war zuvor ganz anders.

Mit der Parkraumbewirtschaftung im benachbarten Neudorf, die eingeführt wurde, um den Pendler-Stadtteil (Universität, Berufskolleg, Hauptbahnhof) zu entlasten, wichen viele der sonst dort Parkenden in das Gebiet nördlich der Mülheimer Straße aus und sorgten dort für ein entsprechendes Park-Chaos. "Klare Priorität hatten für uns immer die Anwohner", begründete Helmer die Zustimmung der Ortspolitiker zu der mittlerweile stark kritisierten Bewirtschaftung der Parkräume in Duissern.

Genau das scheint nunmehr das Problem zu sein. Die Geschäftsleute und Dienstleister in Duissern sind regelrecht "sauer" über die ihrer Meinung nach nicht praxisgerechte Lösung. Entsprechend äußerte sich auch Dr. Thomas Koch, der seine Zahnarztpraxis an der Mülheimer Straße hat: "Die Stadt hat es sich einfach gemacht, das ist schlecht durchdacht."

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Beispielhaft erwähnt er dabei die Probleme, die seine Patienten haben, wenn eine Behandlung mal länger dauert ("Dann setzt eine Helferin schon mal den Wagen der Patienten um"). Auch Marcus Kortheuer, Geschäftsführer eines Unternehmens an der Moltkestraße mit 120 Mitarbeitern, vermisst ein grundsätzliches Problembewusstsein der "Entscheider". "Wir haben praktisch keine Parkmöglichkeiten für unsere Mitarbeiter, es geht doch auch um Arbeitsplätze in Duisburg", bündelte der Geschäftsmann die Kritik der Anwesenden. Pro Unternehmen werde nur ein Parkausweis zugebilligt.

Hans-Peter Helmer und der neben den anwesenden Bezirksvertretern ebenfalls an der Diskussion teilnehmende Duisserner CDU-Ratsherr Dieter Kleinbongardt verwiesen auf die einjährige Testphase. Zudem gebe es die Möglichkeit, durch praxisnahe Vorschläge die Situation immer noch verbessern zu können.

Dazu hatte Uwe Schumacher, der aus dem benachbarten Neudorf gekommen war, eine ganz andere Meinung. Der Besitzer einer Apotheke ist wie viele dortige Geschäftsleute schon länger von der Parkraumbewirtschaftung betroffen. "Bei der Stadt kümmert man sich gar nicht um unsere Einwände, da prallt alles ab, das bringt überhaupt nichts", sagte Schumacher, der wenig von der Vertröstung auf den langwierigen "politischen Weg" hält. Allgemein schien man zusätzlich auch schlechte Erfahrungen mit den für die "Parkraumbewirtschaftung" zuständigen Sachbearbeitern der Stadt gemacht zu haben. "Wir sind es leid, flapsige Antworten auf unsere berechtigten Fragen zu bekommen und von den städtischen Mitarbeitern "abgebürstet" zu werden".

Aber nicht nur Unmut machte sich in der Versammlung breit, es gab auch Lösungsvorschläge. Der langjährige frühere Vorsitzende des Duisserner Bürgervereins, Günter Gillissen, hatte tagsüber die Parkplätze gezählt, die durch die Berufstätigkeit der Anwohner nicht besetzt waren. Dabei kam schon eine recht stattliche Anzahl zusammen. Gillissen schlug vor, diese Anwohnerparkplätze zwischen 9 und 17 Uhr für die allgemeine Nutzung frei zu geben, um die Gesamtsituation zu entschärfen. Die Idee des "Parkplatz- Sharings" kam gut an und könnte ein Lösungsansatz sein, so die allgemeine Meinung.

(pol)