1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: "Living-Lab" - das etwas andere Büro

Duisburg : "Living-Lab" - das etwas andere Büro

Das Fraunhofer Institut hat schon Wohnhäuser technisch auf ganz neue Füße gestellt und auch Anregungen für Hotel- oder Seniorenwohnungen der Zukunft gegeben. Jetzt rücken haben sich die findigen Köpfe die Bürowelt vorgenommen.

Das Bild von Büroräumen in Deutschland sieht oft so aus: Aktenordner liegen gestapelt übereinander, grelles Licht wirft seine Schatten auf die Schreibtische, der Lärmpegel am Arbeitsplatz ist groß. Wie ein Büroraum der Zukunft aussehen könnt, darüber haben sich die Forscher des Fraunhofer-Instituts Gedanken gemacht und präsentieren "Living-Lab".

In enger Kooperation mit Partnern aus der Industrie und Wirtschaft haben sieben verschiedene Fraunhofer-Institute dafür zwei Jahre lang Hand in Hand gearbeitet, um intelligente und integrierte Systemlösungen für das Anwendungsfeld Büro zu entwickeln. Herausgekommen ist das Living-Lab, das im Fraunhofer-inHaus-Zentrum nun offiziell vorgestellt wurde. Nikolay Dreharov vom Frauenhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation sagte gestern bei der Eröffnung: "Es ist ein sehr spannendes Projekt, und ich freue mich, dass wir es nun der Öffentlichkeit präsentieren dürfen."

In Büroräumen arbeitende Menschen - und das sind in Deutschland mit 13 Millionen nicht gerade wenige - benötigen zum produktiven Arbeiten entsprechende Räumlichkeiten. Einflussfaktoren wie Licht, Akustik und Luftqualität spielen dabei entscheidende Rollen und wirken sich unmittelbar auf die Produktivität und das Wohlbefinden der Mitarbeiter aus. Wie kann also das Büro der Zukunft aussehen? Das Living-Lab präsentiert sich auf 80 Quadratmetern als offenes und helles Büro, das durch die verschiedenen Innovationen nicht nur die Produktivität der Mitarbeiter steigern, sondern sich auch positiv auf deren Wohlbefinden auswirken soll. Es sieht nicht nur schick und modern aus, sondern soll zu guter Letzt auch noch die Betriebskosten nachhaltig senken. Damit diese Ziele erreicht werden, befinden sich im Büroraum der Zukunft beispielsweise keine üblichen Lampen mehr über den Arbeitsplätzen, sondern LED-Leuchten. In Kombination mit einer mattierten Glasoberfläche sollen diese Leuchten für eine blendfreie und komplette Ausleuchtung der Arbeitsfläche sorgen, was wiederum zu einer behaglichen Atmosphäre führen soll. Auch stickige Luft in zugestellten Büroräumen könnte bald der Vergangenheit angehören. Dies geschieht im Labor-Büro durch steuerbare Türdichtungen, die automatisch die Räume mit Frischluft versorgen, sobald der CO2-Gehalt im Raum einen bestimmten Grenzwert überschritten hat. Ein weiteres Highlight des Living-Lab ist der Arbeitsplatzprototyp "IWWP-Next". Dabei handelt es sich schlicht und einfach um einen beweglichen, multifunktionalen Arbeitsplatz, der bei Bedarf kurzerhand in einen anderen Raum geschoben werden kann. Die Arbeitsplatte des IWWP bietet zudem die Möglichkeit, Smartphones kabellos per Qi-Induktion aufzuladen.

(sebe)