Duisburg: „Living bridge“ über der Ruhr

Duisburg: „Living bridge“ über der Ruhr

Mit einem spektakulären Projekt, einer 230 Meter langen bewohnbaren Brücke über der Ruhr wird Duisburg jetzt auf der Expo Real in München auftrumpfen. Das Modell entwarf der Hamburger Star-Architekt Hadi Teherani.

Der Name "living bridge" (lebende Brücke) ist Programm. Denn was Hadi Teherani entworfen hat, ist weit mehr als nur ein Bauwerk, mit dem man einen Fluss überqueren kann: Eine bewohn- und erlebbare Brücke, 230 Meter lang, 20 Meter breit und bis 43 Meter hoch, die einen riesigen halb kreisförmigen Bogen über die Ruhr spannen soll. In direkter Verlängerung der Max-Peters-Straße könnte sich die Brücke vom Ruhrdeich bis zum Schiffshebewerk auf der anderen Seite erstrecken. Bis zu zwölf Stockwerke sind innerhalb des Gebäudes geplant. Büros, Wohnungen, vielleicht auch ein Hotel, könnten hier über dem Wasser entstehen. Im unteren Bereich ist eine Tiefgarage mit 240 Stellplätzen vorgesehen. Ein Fuß- und Radweg über die "living bridge" ist ebenfalls geplant.

Grandioser Ausblick

Der Ausblick direkt über der Ruhr dürfte grandios sein: Wer oben aus dem Fenster blickt, hat die Ruhr mit den Schiffen oder dem Hebewerk direkt unter sich. Die etwa 5000 Euro, die ein Quadratmeter einer Wohnung der "living bridge" kosten soll, sind sicher auch ein Indiz für die Exklusivität des Vorhabens.

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Ein zwei Meter großes Modell der Brücke und ein Film mit visualisierten Projektdetails soll die Fachwelt in München begeistern. Als Projektentwickler fungiert einmal mehr das Essener Unternehmen KölblKruse, in Duisburg nicht ganz unbekannt: Auf das Konto des Teams um die beiden Firmenchefs Dr. Marcus Kruse und Stephan Kölbl gehen unter anderem auch die Innenhafen-Projekte Allgemeiner Speicher, Hitachi Power Office und die Five Boats. Mit dem Prinzip einer "Wohnbrücke" bietet Star-Architekt Teherani (H2Office, MultiCasa-Modell) eine abgespeckte Version einer anderen "living bridge", die in Hamburg die Hafencity und Wilhelmsburg auf einer Länge von 700 Metern verbinden sollte, in der Hansestadt politisch aber sehr umstritten ist.

(RP)
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