Duisburg: Link und Lensdorf in der Stichwahl

Duisburg: Link und Lensdorf in der Stichwahl

Der SPD-Bewerber Sören Link verfehlte mit 48,3 Prozent knapp die absolute Mehrheit und muss nun gegen den CDU-Herausforderer Benno Lensdorf (21,1 Prozent) in zwei Wochen noch einmal ran.

Die OB-Wahl war geprägt durch eine außergewöhnlich niedrige Wahlbeteiligung von nur knapp 33 Prozent. Eine halbe Stunde lang deutete nach der Schließung der Wahllokale um 18 Uhr alles darauf hin, als hätte Sören Link (SPD) gleich im ersten Anlauf das Rennen gemacht. Doch von über 55 Prozent sanken seine Werte mit jedem weiteren Wahlkreis der ausgezählt war. Und gegen 19 Uhr stand fest: Duisburg muss noch einmal ran. Einen neuen Oberbürgermeister gibt es frühestens am 1. Juli. Wenn die Wahlbeteiligung dann allerdings unter 25 Prozent fallen sollte, wäre die Wahl ungültig.

Knapp unter 50 Prozent, da waren die Sozialdemokraten im Rathaus gestern dennoch mehr als zufrieden. Und auch die CDU zollte ihrem Kandidaten Benno Lensdorf Beifall. "Link ist als deutlicher Favorit in die Wahl gegangen, und wir haben es geschafft, ihn in eine Stichwahl zu zwingen", so Parteichef Thomas Mahlberg. "Wir müssen nun unserer Wählerpotenzial optimal ausschöpfen. Dann hat Benno Lensdorf eine echte Chance." Hoch erfreut war Mahlberg zudem, dass sich die Vorhersagen, Rubinstein könnte ein ernsthafter Gegner für Lensdorf werden, sich nicht erfüllt haben.

Hauptthema im Rathaus war gestern allerdings zunächst die niedrige Wahlbeteiligung. Dass noch nicht einmal jeder dritte Duisburger gestern sein Kreuzchen machte, überraschte viele, die gedacht hatten, die Stimmung bei der Abwahl von Adolf Sauerland hielte an. Vor allem der Bewerber Dr. Richard Wittsiepe, der für die auseinandergebrochene Bürgerinitiative Neuanfang für Duisburg kandidiert hatte, musste enttäuscht zur Kenntnis nehmen, dass er kaum zur Kenntnis genommen wurde. Nur rund 4200 Duisburger gaben ihm seine Stimme.

  • Fotos : Wahlabend am 17. Juni im Duisburger Rathaus

Und auch Michael Rubinstein, der von dem anderen Teil der Initiative sowie von den Piraten und der FDP unterstützt wurde, war für die Duisburger gestern keine wirkliche Alternative. Die Linke Bewerberin Laakmann bekam nicht einmal mehr halb so viele Stimmen wie die Kandidatin der Partei, die 2009 Oberbürgermeisterin werden sollte. Ingrid Fitzek von den Grünen schlug sich vergleichsweise tapfer, alle anderen Kandidaten hingegen landeten in der Bedeutungslosigkeit.

Mit 57 392 holte Sören Link gestern unbestritten das beste Ergebnis. Doch es lag deutlich unter dem, das vor drei Jahren der damals gegen Sauerland unterlegene sozialdemokratische Kandidat Jürgen C. Brandt eingefahren hatte. Für ihn stimmen damals mehr als 63 500 Wähler. Allerdings gingen damals auch fast 46 Prozent der Duisburger zum "Kreuzchenmachen".