Lesung zum Rheinhausen-Krimi von Sabine Thomas

Rheinhausen-Krimi : Lesung mit Besichtigung der Schauplätze

Erst liest Autorin Sabine Thomas aus ihrer Kriminalgeschichte, dann führt Historiker Thorsten Fischer zu den Handlungsorten.

Die ehemalige Rechtsanwältin Sabine Thomas, die jahrelang in einer Kanzlei in Duisburg-Rheinhausen gearbeitet hatte, hat erstmals einen Krimi geschrieben, genauer gesagt, einen „Rheinhausen-Krimi“, der jetzt veröffentlicht wurde (die RP berichtete). „Ein alter Schmerz“ heißt er. Er erzählt eine Geschichte, die ihren Ursprung 1913 hat und einen Blick in seelische Abgründe wirft, „aus denen sich ein geradezu wahnhafter Racheakt Bahn bricht“, wie auf dem Buchdeckel steht.

Im Rahmen einer Buchvorstellung findet am kommenden Samstag, 30. November, ab 14 Uhr erst eine Lesung aus dem besagten Krimi statt, dem sich dann bis etwa 17 Uhr eine fachkundige Führung zu den genannten Schauplätzen der Handlung anschließt. Thomas wird ihre Lesung mit dem Eingangskapitel „Januar 2013“ starten und anschließend wesentliche Auszüge aus dem übernächsten Kapitel „An einem Freitag im März, morgens“ lesen – „dazu, wenn noch Zeit ist“, ergänzt sie, „den Anfang von ‘An einem Freitag im März, vormittags‘“.

Ort der Lesung ist das Casino Bliersheim auf der Bliersheimer Straße 83 in Rheinhausen, welches früher ein Restaurant und Clubhaus für leitende Angestellte und eine Bewirtungsstätte für hochrangige Gäste des Kruppschen Hüttenwerkes war. An diesem Ort wie auch weiteren Schauplätzen der Geschichte, zu denen der Duisburger Historiker Thorsten Fischer die Besucher im Anschluss an die Lesung führen wird, gibt es Erläuterungen von ihm, damit die fiktive Krimihandlung historisch in einen größeren Kontext eingeordnet wird. Spätestens ab 15.30 Uhr geht es dann mit ihm durch die Bliersheimer Villensiedlung zur Margaretensiedlung, dem Pendant für die Krupp-Arbeiter. Das Ende der Führung und der Veranstaltung zugleich ist für etwa 17 Uhr vorgesehen.

Nach zwei Büchern mit Erzählungen aus ihrem damaligen Alltag als Anwältin für Familienrecht („Und konnten es einfach nicht fassen“ sowie „Hell wie der Mond und stark wie Eisen“ – die RP berichtete), hat die Autorin nun den Sprung in die Welt der Kriminalliteratur gewagt. „Ich denke und glaube“, sagte sie, „die Geschichte überzeugt vor allem durch ihre historischen Bezüge und die vier Erzählperspektiven und Erzählstile, als da wären: raubeinig, kühl-geschliffen, poetisch-schwärmerisch und mitfühlend. ‚Ein alter Schmerz‘ ist ein literarischer Krimi, der seine Spannung weniger aus dem Reißerischen bezieht als aus den Schicksalsschlägen, die die Beteiligten zu bewältigen haben, und aus ihrem inneren Erleben.“

Abseits vom üblichen Mainstreams fließt in diesem Krimi kein Blut und ist seine Sprache ausgesprochen feinfühlig. Die viel in wörtlicher Rede gehaltene Geschichte ist als Buch bisher nur online über Amazon zu beziehen – bis auf eine Ausnahme: Als Taschenbuchausgabe gibt es diese nämlich in der Rheinhauser Buchhandlung „Bücherinsel“ auf der Friedrich-Alfred-Straße 93 zu kaufen.