Lehrermangel in Duisburg: An den meisten Schulen fehlen Lehrer

Lehrermangel in Duisburg : An den meisten Schulen fehlen Lehrer

Der Lehrermangel in Duisburg ist nach wie vor ein großes Problem. Das geht aus einer Antwort der Bezirksregierung auf Anfragen der Duisburger Bezirksvertretungen hervor. Auch die Raumsituation ist herausfordernd.

An einigen Schulen in Duisburg liegt die sogenannte Personalausstattungsquote bei unter 80 Prozent. Das heißt, dass mehr als 20 Prozent der vorgesehenen Stellen unbesetzt geblieben sind. Das geht aus einer Antwort der Bezirksregierung auf Anfragen der Duisburger Bezirksvertretungen hervor. Auch die Raumsitaution gestaltet sich problematisch. Ein Überblick.

Lehrermangel: Die Bezirksregierung hat der Duisburger Fraktionen einen Datensatz vorgelegt, die einen Überblick über die sogenannte Personalausstattungsquote ermöglicht. Daraus geht hervor, dass einige Schulen in der Stadt weit von einer 100-prozentigen Ausstattungsquote entfernt sind. Das heißt, dass bei weitem nicht alle für diese Schulen vorgesehenen Stellen besetzt werden konnten. Die Schulverwaltung weist allerdings darauf hin, dass eine geringere Quote nicht automatisch bedeutet, dass der Unterrichtsbedarf der entsprechenden Schule nicht gedeckt werden kann. Schulen seien vielmehr immer dann „auskömmlich“ mit Lehrpersonal ausgestattet, wenn die Anzahl der Lehrer ausreiche, um den Unterrichtsbedarf zu decken.

So dramatisch, wie nach den vielen Hiobsbotschaften rund um die Duisburger Schullandschaft in den vergangenen Monaten anzunehmen wäre, gestaltet sich die Personalausstattung der Auflistung der Bezirksregierung zufolge jedoch nicht. Zwar fehlen beinahe überall Lehrkräfte, beim überwiegenden Teil der Schulen im Stadtgebiet liegt die Personalausstattungsquote schulformübergreifend aber bei über 90 Prozent. Ausreißer nach unten sind die Förderschule James Rizzi in Meiderich (74,87 Prozent) sowie die katholischen Grundschulen Henriettenstraße in Marxloh (77,47 Prozent) und Nombericher Straße in Untermeiderich (78,16 Prozent).

Ralf Jäger, damals NRW-Innenminister, und Sören Link (links) machten sich schon 2016 ein Bild von der Situation an der Gesamtschule Walsum. Foto: Christoph Reichwein (crei)/Reichwein, Christoph (crei)

Raummangel: Was die Raumsituation angeht, unterscheidet die Schulverwaltung zwischen nachfragebedingtem Raummangel auf der einen und strukturellem Raummangel auf der anderen Seite. Nachfragebedingten Raummangel, der sich aus schulbezogenen regelmäßigen Nachfrageüberhängen ergebe, spiele in Duisburg keine Rolle, heißt es in der Antwort der Schulverwaltung. Ein größeres Problem sei der strukturelle Raummangel. Weil es in Duisburg grundsätzlich zu wenig Schulraum für die steigenden Schülerzahlen gebe, könne die Raumnachfrage nicht mehr über freie Plätze an anderen Schulen der selben Schulform ausgeglichen werden. Stadtweit sei deshalb bereits die Erweiterung von 21 Schulen und der Neubau zweier Schulen bis zur 10. Klasse, also ohne Oberstufe, beschlossen worden. Vom Raummangel betroffen sind derzeit unter anderem zwei Schulen im Bezirk Walsum, drei im Bezirk Hamborn, die Grundschule Bergstraße im Bezirk Meiderich/Beeck, die Grundschule Hochfelder Markt sowie zwei Grundschulen in Rheinhausen. In den Bezirken Süd und Homberg/Ruhrort/Baerl gibt es nach der Auflistung der Schulverwaltung solche Probleme nicht.

Pendelnde Schüler: Weil es an Räumen fehlt, werden schon heute 152 Schüler von der Schulverwaltung jeden Morgen an eine Schule gebracht, die nicht in der Nähe ihres Wohnortes liegt. Am stärksten betroffen ist der Bezirk Hamborn. Hier müssen jeden Morgen 68 Schüler an entferntere Schulen gebracht werden. Auch in den Bezirken Meiderich, Mitte und Rheinhausen gibt es solche Fälle.

Abweisungen wegen Raummangel: Weil es einigen Schulen an Räumen fehlt, mussten im laufenden Schuljahr bereits einige Schüler von Schulen in ihrer Nähe abgewiesen werden. Betroffen sind alle Stadtbezirke. Die meisten Schüler konnten dabei an Schulen innerhalb ihres Schulbezirks vermittelt werden. Die Ausnahme machen die Gesamtschule Walsum, von der rund 25 Kinder in Richtung Hamborn verwiesen wurden, sowie die Gesamtschulen Mitte (einige Kinder besuchen nun Schulen im Bezirk Süd) und Meiderich (einige Schüler gehen nun in Ruhrort zur Schule).

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