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Duisburg: Lehmbrucks Zeitgenosse

Duisburg : Lehmbrucks Zeitgenosse

Das Lehmbruck-Museum möchte an den Erfolg der "Knienden" anknüpfen (bis 22. Januar). Im zweiten Teil der Jahresvorschau geht es u.a. um den Gegenwartskünstler Fabián Marcaccio und den Expressionisten Otto Mueller.

Gleich drei Ausstellungen werden — wie berichtet — am Freitag, 10. Februar, im Lehmbruck-Museum eröffnet: Georg Hornemann ("Objekts d'Art"), Nicola Schrudde ("Glanz der Nacht") und Kris Martin ("Mandi"). Am Freitag, 16. März, ist der nächste große Eröffnungstag.

Bilder im Raum

Die Künstlerin Martina Klein, geboren 1962 in Trier, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Auf den ersten Blick bestehen ihre Arbeiten aus monochromen Gemälden, doch Klein setzt diese in Beziehung zum Raum. Martina Klein hängt ihre Bilder nicht, wie für Museen oder Galerien typisch, an die Wand — sie stellt sie mitten in den Raum, lehnt sie an Säulen und Wände oder bildet mit ihnen rechte Winkel.

Zwar sieht Martina Klein sich als Malerin, Malerei aber hat für sie immer auch eine räumliche Komponente. Im Lehmbruck-Museum treffen ihre vielschichtigen Arbeiten auf die Doppelsituation der Straßengalerie, das Innen und Außen, das Niveau der Straße und den etwas tiefer liegenden Boden der Galerie. Vom 16. März bis 20. Mai ist die Martina-Klein-Ausstellung im Lehmbruck-Museum terminiert. Bislang hat die Schau noch keinen eigenen Titel.

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Documenta-Teilnehmer

Fabián Marcaccio, geboren 1963 im argentinischen Rosario de Santa Fe, lebt und arbeitet seit mehr als 20 Jahren in New York. In Deutschland wurde er vor allem durch Einzelausstellungen im Württembergischen Kunstverein Stuttgart (2000), im Kunstverein Köln (2001) sowie durch seine Teilnahme an der Documenta XI (2002) bekannt.

In seinen "Paintants" — eine Wortneuschöpfung aus den Begriffen "painting" und "mutant" — verschmelzen die Konzepte des Gemäldes, der Skulptur und der Objektkunst. "Structural Canvas Paintant" (Canvas=Leinwand) ist der Titel seiner Ausstellung im Lehmbruck-Museum (16. März bis 17. Juni). In dieser neuen Werkgruppe greift der Bernhard-Heiliger-Preisträger zeitgenössische Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf.

Theaterstück mit Waisenkindern

Vom 27. April bis 29. Juli ist der 1973 in Brooklyn geborene Maler und Objektkünstler Paul Thek im Lehmbruck-Museum zu Gast: Mit seiner Installation "Ark, Pyramid", zum ersten Mal 1972 auf der documenta in Kassel gezeigt, und mit dem Theaterstück "Nativity Play" einem experimentellen Krippenspiel, das Thek mit Waisenkindern aufführt.

Dieses Stück wird nun, knapp 40 Jahre später, wiederum Zentrum der Ausstellung "In Process„, die nach dem Lehmbruck-Museum auch im Kunstmuseum Luzern und dem Moderna Museet Stockholm zu sehen sein wird. Das Lehmbruck-Museum war übrigens das erste Museum in Deutschland, das Arbeiten des 1933 geborenen Künstlers angekauft hat.

Einzigartigkeit verkannt

Das Motto "Einfach. Eigen. Einzig" bringt in komprimierter Form zum Ausdruck, was nach neuen kunsthistorischen Erkenntnissen über Otto Mueller (1874—1930) und sein Werk bekannt und nachweisbar ist. Bis vor wenigen Jahren wurde das zeitweilige "Brücke"-Mitglied in die Schublade der 1905 in Dresden gegründeten Künstlergruppe gezwängt, weil die Einzigartigkeit seines Werks verkannt wurde.

Die im Jahre 2010 gegründete "Otto Mueller-Gesellschaft" (mit Sitz in Weimar), die mit dieser Retrospektive ihr erstes Ausstellungsprojekt realisiert, hat in ihrem bereits erschienenen ersten “Jahrbuch„ zum 80. Todestag des Künstlers mit solchen Fehleinschätzungen aufgeräumt und neue wissenschaftliche Erkenntnisse publiziert. Das Lehmbruck-Museum widmet Otto Mueller, einem Zeitgenossen von Wilhelm Lehmbruck, vom 15. November bis 24. Februar eine große Retrospektive.

(RP)