1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Laut und wild oder leise und verträumt

Duisburg : Laut und wild oder leise und verträumt

Die Pianistin Khatia Buniatishvili eröffnete den Duisburger Part des Klavier-Festivals Ruhr in der Gebläsehalle.

Jetzt hat das Klavier-Festival Ruhr 2013 auch in Duisburg begonnen. Sehr neugierig war man in die offiziell ausverkaufte Gebläsehalle im Landschaftspark Nord gepilgert, um den Klavierabend der 25 Jahre jungen georgischen Pianistin Khatia Buniatishvili zu erleben. Vor vier Jahren war sie beim Klavier-Festival Ruhr in der Duisburger Mercatorhalle für Hélène Grimaud eingesprungen, und damit hatte ihre Weltkarriere begonnen (die RP berichtete). Damals wirkte ihr Talent noch reichlich ungeregelt, doch inzwischen ist sie auf dem Weg zu einer ernstzunehmenden Künstlerin. Aber der Reihe nach,

Dreh- und Angelpunkte ihres Klavierabends waren die Sonate Nr. 2 b-Moll op. 35 (die mit dem Trauermarsch) von Frédéric Chopin und "La valse" von Maurice Ravel. Doch hatte die Pianistin ihr Programm kurzfristig geändert: die beiden genannten Werke bildeten nun nicht mehr die erste Hälfte, sondern Anfang und Ende, und statt der "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgsky füllte sie den Zwischenraum musikgeschichtlich auf, mit kurzen Werken von den Liedern "Ständchen" D 957, "Gretchen am Spinnrade" D 118 und "Erlkönig" D 328 von Franz Schubert, für Klavier übertragen von ihrem musikalischen Hausgott Franz Liszt beziehungsweise "Schafe können sicher weiden" aus der Kantate Nr. 208 von Johann Sebastian Bach in der Klavier-Transkription von Egon Petri bis zu Ravels "Pavane pour une infante défunte".

  • Auf der Duisburger Regattabahn, hier während
    Weltspiele der Studenten : Duisburg richtet Universade 2025 aus
  • Die Gebag beginnt Mitte Mai mit
    Studie zu Mietpreisen : Duisburger Familien wohnen günstig
  • Die Theaterpädagogen Katharina Böhrke und Florian
    Kultur in der Corona-Krise : Schauspiel in Duisburg funktioniert auch digital

Khatia Buniatishvilis unbestechliche, nein überwältigende Spieltechnik und ihr flackerndes Temperament begeisterten das Publikum in der Gebläsehalle. Allerdings scheint sie wenig mehr als zwei interpretatorische Aggregatzustände zu kennen: Einerseits wild, laut und kompromisslos, andererseits verträumt, leise und schwammig. Da fehlt es noch etwas an den Zwischenfarben. Die sieben stillen Stücke nach der Pause wirkten so eher monoton. Allerdings waren sie auch kaum mehr als ein Kontrastmittel für das abschließende "La valse". Bei dieser Apotheose des Wiener Walzers war die Musikerin in ihrem Element. Das kann man eigentlich nicht mehr übertreffen, aber es gab dennoch zwei Zugaben: den letzten Satz aus der Sonate Nr. 7 B-Dur op. 83 von Sergej Prokofjew (Abteilung wild) und ein Prélude von Chopin (Abteilung verträumt).

Auch im nächsten Duisburger Konzert des Klavier-Festivals Ruhr spielt ein pianistischer Jungstar, nämlich Herbert Schuch am Freitag, 14. Juni, um 20 Uhr, in der Gebläsehalle. Auf seinem Programm stehen Werke von Schumann (Variationen über ein eigenes Thema Es-Dur WoO 24 "Geistervariationen"), Beethoven (Elf Bagatellen op. 119), Mozart (Sonate Nr. 18 D-Dur KV 576) und Schubert (Impromptus op. 142 D 935). Das Konzert ist ebenfalls bereits ausverkauft, es gibt eine Warteliste unter www.klavierfestival.de

(hod)