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Duisburg: Laut, hart, flink: Metal am Mühlenturm

Duisburg : Laut, hart, flink: Metal am Mühlenturm

Besucher des "Rage against Racism Festival" werden am Wochenende die Kunst des Headbangens feiern, denn zwei Tage lang wird Friemersheim zum Domizil für Musikliebhaber des Heavy Metals.

Heavy Metal Fans tragen häufig ein unkonventionelles, ins dunkle tendierende Outfit und lange wehende Haare, die beim Headbangen (starkes Hin- und Herbewegen des Kopfes) in der Luft wirbeln, sowie eine Totenkopf-Applikation am Rücken der schwarzen Lederjacke. So das weitreichende Klischee. Ob sich dies bestätigen lässt, kann am Freitag, 31. Mai, und Samstag, 1. Juni, auf dem Heavy Metal Open-Air-Festival "Rage against Racism" von jedermann überprüft werden, denn der Eintritt ist kostenfrei. Am Jugendzentrum "Mühle" an der Clarenbachstraße 14 in Friemersheim wird das zehnte Bestehen des Festivals gefeiert. Auch in diesem Jahr werden wieder mehr als 1000 Besucher erwartet, die die Kultur und Mentalität des Metals aufleben lassen wollen.

Der Ursprung dieser Musikrichtung liegt in den späten 60ern. Damals noch unbekannte Bands wie Led Zeppelin und Black Sabbath etablierten sich im rockgeprägten Großbritannien zwischen Rolling Stones- und Beatles-Manie und bereicherten mit einem neuen Genre das Land. Ursprünglich galt Heavy Metal als eine Protestbewegung, die auf die damaligen sozialen Verhältnisse aufmerksam machen wollte sowie ihren Ausdruck von Unzufriedenheit gegenüber gesellschaftlichen Zwängen und Missständen in ihrer Musik widerspiegelte. Und das mit einem einzigartigem Klang und Technik: schnelle, energiereiche Spielgeschwindigkeit treffen auf einen dominanten Bass und laute Gitarrenriffe.

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Im Verlauf der Zeit wappnete sich die Musikströmung den Weg gen Übersee und wurde auch dort allmählich in den Mainstream integriert. Berühmte Bands wie Iron Maiden, Guns and Roses und Metallica gründeten sich und wurden letztendlich weltberühmt.

Die Vermarktung der Gruppen nahm schließlich ihren globalen Lauf, und so ist Metal Musik heutzutage eines der beliebtesten Genres, das mit zahlreichen und vielfältigen Unterkategorien hervorsticht: Thrash Metal, Black Metal, Death Metal, Nu Metal, Pagan Metal, Folk Metal, Speed Metal, Viking Metal sind hierbei nur eine kleine Auswahl.

So verschiedenartig die musikalischen Sparten, so ungleich werden auch die auftretenden Bands am Wochenende sein. Zum Beispiel spielt die in der Szene bekannte Band "The New Black" rohen Hard- Rock, "Orden Ogan" hingegen verpflichten sich dem Folk-Metal und "Debauchery" nennen Death Metal ihr Eigen — und das mit einem zusätzlichen Gimmick während ihrer Konzerte: in Kunstblut getränkte Outfits. Man darf also gespannt sein. Insgesamt werden 14 Bands aus ganz Deutschland auftreten.

Derzeit wird ein 750 Quadratmeter Bauzaun um das Gelände aufgebaut, sowie die Bühne errichtet, auf denen die Bands auftreten werden, teilte Organisator Daniel Götz mit. Und auch ein politisches Signal soll vermittelt werden: "Wir wollen mit unserem Festival ein Zeichen gegen Rassismus setzen," sagt Götz. So wird auch ein wenig an die frühere Protestbewegung angeknüpft, die auf die Missstände in der Gesellschaft durch Musik aufmerksam machen wollte. Aber nicht nur die politische Haltung ist wie jedes Jahr wichtig, sondern auch das Vergnügen. Dabei würde allein die Sonne einen großen Beitrag leisten.

(RP/ac)