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Landtagswahl Duisburg 2022: CDU hofft nach dem Sieg auf Schwarz-Grün

Wahlbeteiligung unter 50 Prozent : CDU in Duisburg hofft nach dem Sieg nun auf Schwarz-Grün im Land

Sarah Philipp, Frank Börner und Benedikt Falszewski (alle SPD) ziehen in den Landtag ein. Auch Jule Wenzel (Grüne) wird Abgeordnete.

Als um 18 Uhr die ersten Prognosen über die Leinwände vor dem Duisburger Rathaus flimmerten, gab es betretene Mienen und Kopfschütteln bei Duisburgs Sozialdemokraten. Jubelstimmung hingegen bei den Grünen, während man bei der FDP die schlimmsten Befürchtungen bestätigt sah: „Das habe ich kommen sehen“, meinte Wilhelm Bies, liberales Urgestein in Duisburg.

Wie im Landestrend gab es auch in Duisburg zwei Gewinner und zwei Verlierer. Bei den Zweitstimmen gab es für die SPD leichte und für die FDP starke Verluste, während die CDU leichte Zuwächse erzielte und die Grünen triumphierten – sie konnten ihr Ergebnis von 2017 von knapp fünf Prozent verdreifachen und erreichten über 15 Prozent. Die FDP stürzte von 9,5 Prozent auf 4,5 Prozent ab – auch die AfD musste Verluste hinnehmen. Mit rund drei Prozent wurden die Linken in Duisburg fast halbiert.

Trotz der Verlusten im Land, die sich auch in den Duisburger Zahlen widerspiegelten, gingen alle drei Wahlkreise an die Sozialdemokraten. Im Wahlkreis Duisburg I (Süden und die Stadtteile Altstadt, Neudorf-Nord, Neudorf-Süd, Dellviertel, Hochfeld und Wanheimerort) kam Sarah Philipp auf 36,7 Prozent und sicherte sich so den Wiedereinzug in den Landtag. Petra Vogt (CDU) kam nur auf 25,9 Prozent, nachdem sie 2017 noch 29,5 Prozent geholt hatte. Ob ihr Listenplatz 11 für den Wiedereinzug reicht, stand zunächst nicht fest.

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„Der Sieg im Land ist Ministerpräsident Hendrik Wüst zu verdanken“, erklärte sie auf der Wahlparty ihrer Partei in der Cubus Kunsthalle. Wüst sei erst kurz im Amt und habe trotzdem schon hohe Beliebtheitswerte. „Nun hoffe ich auf eine schwarz-grüne Landesregierung.“ Der Vorsprung gegenüber der SPD sei zu groß, als dass die SPD daraus einen Führungsanspruch ableiten könne. Im Süd-Wahlkreis kam Jule Wenzel (Grüne) mit mehr als 19 Prozent auf Platz drei. Sie zieht nun über die Landesliste ihrer Partei in den Landtag ein.

Benedikt Falszewski (SPD) holte sich den Wahlkreis Duisburg II (Walsum und Rheinhausen sowie die Stadtteile Alt-Homberg, Hochheide und Baerl). Im Duisburger Westen ist er Nachfolger von Rainer Bischoff, der nicht mehr antrat. Falszewski kam auf 38,0 Prozent und hatte damit mehr als elf Prozentpunkte Vorsprung vor Stefan Dase (CDU, 26,5 Prozent).

Frank Börner zieht ebenfalls für die SPD wieder in den Landtag ein. Im Wahlkreis Duisburg III (Hamborn und Meiderich/Beeck sowie den Stadtteilen Ruhrort, Neuenkamp, Kaßlerfeld und Duissern) kam er auf 41,9 Prozent und landete klar vor Deniz Güner (CDU, 22,1 Prozent), der mit einem Law-and-order-Wahlkampf für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Während die SPD landesweit kräftig Federn lassen musste, waren ihre Verluste mit 1,8 Prozentpunkten vergleichsweise moderat. Sie kamen bei den Zweitstimmen auf 35,8 Prozent, nachdem sie 2017 noch 37,6 Prozent erhalten hatte.

Aufgrund der geringen Wahlbeteiligung (siehe Box) verlief die Wahl in Duisburg aus Sicht der Verantwortlichen weitgehend reibungslos. Einzige Ausnahme: Im Wahllokal der Grundschule Brückelstraße in Meiderich war um 8 Uhr niemand da, der die Tür zum Wahllokal hätte aufschließen können. „Da sind wir auf Nummer sicher gegangen und haben sofort einen Schlüsseldienst hinzugezogen“, erklärte Wahlleiter Martin Murrack. Der Wahlvorstand habe die wenigen Wähler, die schon am frühen Morgen dort ihre Stimme abgeben wollten, so lange vertröstet. Um 8.40 Uhr war die Tür dann auf – und die Meidericher konnten zur Tat schreiten. „So ist keine Stimme verloren gegangen“, meinte Murrack.

Der Wahlleiter war in rund 30 Wahllokalen, um sich bei den Helfern zu bedanken. Vielfach hatten sie wegen der geringen Wahlbeteiligung weniger zu tun als gedacht. „Schlangen habe ich nirgendwo gesehen“, sagte Murrack.