Duisburg: Landesarchiv kann nun genutzt werden

Duisburg: Landesarchiv kann nun genutzt werden

Obwohl die Umzugsarbeiten noch nicht vollständig abgeschlossen sind, wurde gestern am Innenhafen der Neubau mit alten Speicherturm im Rahmen einer Feierstunde offiziell eröffnet.

Auf diesen Tag hatte Duisburg lange gewartet. Das fand auch Oberbürgermeister Sören Link, der bei der offiziellen Eröffnungsfeier des neuen Landesarchivs gestern im Innenhafen sagte: "Dieser Tag hat besondere Bedeutung für Nordrhein-Westfalen und für Duisburg." Als "spektakuläres Gebäude", als "architektonisches Highlight" und sogar als "neues Wahrzeichen" Duisburgs bezeichnete er das Landesarchiv. In der Tat hatte dieses als einer der größten Archivneubauten Europas ein Leuchtturmprojekt für das Ruhrgebiet werden sollen. Doch inzwischen ist es landesweit als Millionengrab bekannt geworden und steht für Kostenexplosion und Korruptionsverdacht.

Obwohl die Umzugsarbeiten noch nicht vollständig abgeschlossen sind, wurde der Lesesaal bereits am vergangenen Montag wie geplant eröffnet. An mehr als 100 Arbeitsplätzen wird dort der Zugang zu den wichtigen Unterlagen gewährleistet. Die Bestände der Abteilung Rheinland, die im Innenhafen eine neue Heimat gefunden haben, umfassen einen Zeitraum von annähernd 1200 Jahren nordrhein-westfälischer Geschichte. Vom Frühmittelalter bis in die Gegenwart reichen die Urkunden, Amtsbücher, Akten, Karten und Pläne, Kirchenbücher, Zivil- und Personenstandsregister, Fotos, Luftbilder und Filme.

Ganze 700 Einrichtungen beherbergt die nordrhein-westfälische Archivlandschaft insgesamt, so Dr. Frank Bischoff, Präsident des Landesarchivs NRW, in seinem Grußwort. Die Bestände des neuen Landesarchivs seien nicht nur dazu da, eingesehen, erforscht und ausgewertet zu werden, ein Teil der Bestände solle auch öffentlich präsentiert werden, etwa im Erdgeschoss des Magazinturms.

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Das neue Landesarchiv reduziere die Zahl der Standorte im Rheinland von sieben auf einen, sagte Landes-Kulturministerin Ute Schäfer. "Die Mitarbeiter profitieren sicher von der größeren Nähe zu den Kollegen." Und auch die Besucher würden von dem großzügigen, hellen Gebäude mit der modernen technischen Ausstattung profitieren. An den 40 neuen PC-Arbeitsplätzen können Findemittel und Digitalisate eingesehen werden. Daneben stehen Lesegeräte für Mikrofilme und Mikrofiches zur Verfügung.

Als "Gedächtnis einer Stadt, eines Landes, einer Nation" bezeichnete Dr. Michael Hollmann, Präsident des Bundesarchivs und Vorsitzender der Archivreferentenkonferenz des Bundes und der Länder, die Archive. "Und ein funktionierendes Gedächtnis ist die Grundlage einer gesicherten Identität", sagte er. Aufgabe des Archivs sei das Verwahren als verlässliche und authentische Quelle.

Bislang sei der Umzug ohne Schäden, Verluste und Unordnung vonstatten gegangen, berichtete Dr. Bischoff. "Wir hoffen, dass in der zweiten Juni-Hälfte der Umzug beendet ist", so der Präsident des Landesarchivs.

(RP)
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