Duisburg: Laiendarsteller zeigen beachtliche Leistung

Duisburg: Laiendarsteller zeigen beachtliche Leistung

Rheinhausen Vom Beruf Mensch, vom Hobby Schauspieler – so charakterisieren sich die Laienschauspieler vom "Theater Trotzdem". Dass schauspielern nur die Freizeitbeschäftigung der 13-köpfigen Truppe ist, das ließ sie sich am Samstagabend in der Aula des Krupp-Gymnasiums allerdings in keiner Weise anmerken. Durch die Bank textsicher, frisch, abwechslungsreich und mit beeindruckender Mimik präsentierte sie die Premiere des Lustspiels "Großjährig" von Eduard von Bauernfeld.

Ein Lacher nach dem anderen

Die Ausgangssituation des Stückes ist schnell erklärt: Der junge Baron Herrmann, ein gefälliger und landfrommer Beamter, soll für volljährig – für "großjährig" – erklärt werden. Damit sein konservativer Vormund, Administrator Blase, allerdings weiterhin die Zügel in der Hand behalten kann, versucht er, eine Hochzeit zwischen seiner Nichte Auguste und Hermann einzufädeln. Schnell wird jedoch klar, dass sich der scheinbar einfältige Baron unter Augustes keckem Einfluss dieses Mal nicht einfach seinem Schicksal ergibt. Er beginnt nachzudenken und will urplötzlich sein eigener Herr sein, was Blase und seinem Diener Spitz natürlich sauer aufstößt. So geht es bis zum dramatisch-komischen Höhepunkt, als Hermann die Heirat verweigert. Administrator Blase (klasse: Dirk Löffler) wendet sich daraufhin verzweifelt dem Rotwein zu und tanzt grölend auf dem Tisch. Er spielt seinen "Suff" absolut authentisch. Ein großes Lob geht auch an Guido Otto, der Baron Hermann verkörpert und dessen Wandlung vom gefügigen Träumer zum freidenkerischen Energiebündel grandios vollzieht.

In einer herrlichen Rolle findet sich auch Sebastian Menzel wieder: Als Herr Schmerl tritt er großmäulig für den Fortschritt ein und gibt permanent contra gegen alles und jeden. Dass er dabei überhaupt nichts bewirkt ist nebensächlich, provozieren seine Sprüche doch einen Lacher nach dem anderen: "Ein echter Dings-da, wie heißt's gleich? Ach, es lebe die Opposition!".

Am Ende bleibt doch alles beim Alten: "Der Status quo ist wieder hergestellt", schließt Spitz, und Administrator Blase stellt erleichtert fest: "Wir sind wieder notwendig!" Nicht verwunderlich, dass Schmerl auch dieses Mal wieder das letzte Wort haben muss. So verkündet er wohl wissend: "Nein, es geht voran, das haben wir allein uns zu verdanken, der Opposition!"

Info Am Samstag, 17. April, 19.30 Uhr, wird das Stück in der Aula des Krupp-Gymnasiums am Flutweg 56 zum zweiten Mal aufgeführt. Der Eintritt kostet fünf Euro.

(RP)