Duisburg : Kunst und Party

In den 80er Jahren konnte Duisburg bei der Planung für die unterirdischen Bahnhöfe und für das Eröffnungsfest der U-Bahn noch protzen: Am Bahnhof Rathaus setzten der Künstler Manfred Vogel und der stadtbekannte Architekt Helmut Kohl bunte Akzente. Am König-Heinrich-Platz gingen Gerhard Richter und Isa Genzken ans Werk. Yael Niemer zeichnete künstlerisch verantwortlich für den Haltepunkt "Hauptbahnhof".

Die Eröffnungsfeier ließ sich die Stadt eine halbe Million Mark kosten, 1,40 Mark für jeden der 350 000 Besucher, die am 11. Juli zur Party kamen. Das Startsignal gab nicht, wie, Monate vor diesem Festakt geträumt wurde, der Bundeskanzler oder zumindest der NRW-Ministerpräsident, sondern ein NRW-Wirtschaftsminister namens Günter Einert. Er durfte um 10.32 Uhr die Kelle schwingen und damit das Zeihen geben, dass sich die erste offizielle Bahn vom Hauptbahnhof durch den Untergrund in Bewegung setzte. Im Führerstand dabei: Oberbürgermeister Josef Krings, der zuvor bei seiner Festansprache erklärt hatte, diese U-Bahn gebe Duisburg die Chance auf mehr "Urbanität".

(RP)
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