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Duisburg: Kulturzentrum in Hochfeld ohne Kultur

Duisburg : Kulturzentrum in Hochfeld ohne Kultur

Im Hochfelder Kulturzentrum "Alte Feuerwache e.V." wird wohl keine Kultur mehr stattfinden. Friederike Schmahl wurde im April als künstlerischer Leiterin und Haus-Regisseurin zur Mitte des Jahres gekündigt, nachdem sie schon zwei Monate zuvor aus dem Vorstand abgewählt worden war. Ein neuer Geschäftsführer soll bis Ende des Jahres mit Tagungen und Sozialprojekten schwarze Zahlen herbeiführen.

"Ich war dort der Rufer in der Wüste, der einzige Kultur-Mensch im Vorstand", erklärte Friederike Schmahl gestern gegenüber der Presse. Ihr "Theater der Zeit" als künstlerische Visitenkarte des Hauses sei dort nur respektiert gewesen. Zudem sei man von Anfang an von der unrealistischen Vorstellung ausgegangen, das interkulturelle Kulturzentrum könne sich selbst tragen – sonst wäre wohl die aufwändige Renovierung gar nicht möglich gewesen. "Die haben mit 280 ausverkauften Abenden im Jahr gerechnet", empört sich die Theatermacherin. Inzwischen wird vor allem die Gastronomie, die eigentlich das Haus tragen sollte, nicht angenommen – Ambiente und Preise erscheinen den Hochfeldern offenbar zu abgehoben.

Die Stadt Duisburg verhalte sich widersprüchlich. Einerseits wurden Mieter wie die Schulkultur und das Referat für Migration in die Alte Feuerwache gebracht. Andererseits gibt es kein Geld mehr für Veranstaltungen – und andere Geldgeber wie das Land halten sich zurück, "wenn es nicht mal der Kommune fünf Euro wert ist" (Schmahl).

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Nun ist das "Theater der Zeit" in die cubus-kunsthalle im Kantpark umgezogen. Noch bis zum 27. August kann jedermann dort kostenfrei in die "Poetische Werkstatt: Ein Gedicht. Und ich." Einsteigen: jeden Donnerstag von 18 bis 21 Uhr läuft dort der Versuch, anhand eigener oder literarischer Gedichte an der Sprache, der Körpersprache, der Stimme und überhaupt der Ausdrucksform zu arbeiten. Das Ziel ist zum einen die Professionalisierung, um vielleicht bei zukünftigen Projekten und Inszenierungen als Darsteller dabei zu sein, zum anderen das "Wir. Ein Gedicht!" als Präsentation mit szenischen Elementen am 3. Oktober, bei gutem Wetter im Skulpturengarten.

(RP)