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Duisburg: Kulturabend mit vielen Überraschungen

Duisburg : Kulturabend mit vielen Überraschungen

Mit einem Kulturabend beschloss die Erich-Kästner-Gesamtschule den Reigen der Veranstaltungen zum 20-jährigen Bestehen. Schüler unterschiedlicher Jahrgänge und Lehrer unterhielten mit einem vielseitigen Programm.

Die Erich-Kästner-Gesamtschule wird in diesem Jahr 20 - ein guter Grund zum Feiern: So lud sie am Dienstagabend zu einem vielfältigen Kulturabend ein, der so manche Überraschung bereithielt.

Die Schüler hatten nämlich noch mehr zu bieten als den klassischen Schulchor und die Theater-AG. Schon der Einstieg mit dem "Cup Song" war ein "Hinhörer". Die Klassen fünf und sechs - rund 50 Schüler - waren überall im Saal verteilt und boten so einen "Live-Surround-Sound" ihres Rhythmusprojekts unter der Leitung von Instrumentalpädagogin Marion Fröleke. Rings um ihr Publikum klopften, klatschten und schlugen sie auf und mit Bechern und Boden den Rhythmus des Songs "Miss Me When I'm Gone" von Brooks & Dunn. A-Cappella-Einlagen von einzelnen Schülern rundeten dieses ungewöhnliche Klangerlebnis ab.

Die Klassen fünf bis zehn haben ein Schuljahr lang Blasinstrumente erlernt - von der Querflöte bis zum Saxophon - und gaben unter der Leitung von Lehrerin Birgit Korb ein Konzert, das von Klassik über Volks- bis hin zu Filmmusik reichte. Zu den Liedern "The Man From Snowy River" und "Pirates of the Caribbean" projizierten sie einschlägige Filmszenen auf die Leinwand, die zusammen mit der Musik eine stimmungsvolle Atmosphäre erzeugten.

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In Zusammenarbeit mit dem Künstler und Liedermacher Buddy Ollie, mit bürgerlichem Namen Oliver Höh, führten Fünftklässler ein Bewegungstheater nach Erich Kästner auf. Die Jahrgänge zehn und elf zeigten unterhaltsame Trickfilme über sich verliebende Schwämme, Blütenblätter erbrechende Monster und explorierten die Wirkung von Kokain auf den Nikolaus. Unterstützt wurden sie dabei von Kunstlehrerin Sirkku Wolle und der Kölner Künstlerin Reni Scholz.

Dass die Erich-Kästner-Gesamtschule mit professionellen Künstlern zusammenarbeitet, ist Teil des Modellprogramms "Kulturagenten für kreative Schulen", das von der Kulturstiftung des Bundes und der Stiftung Mercator finanziert und vom Land NRW kofinanziert wird.

"Das Ziel ist, der Schule zu einem kulturellen Profil zu verhelfen", erläuterte die betreuende Kulturagentin Anke Troschke. In enger Zusammenarbeit mit Sabine Demes, Deutschlehrerin und Kulturbeauftragte der Schule, vernetzt sie die Gesamtschule mit Künstlern und kulturellen Institutionen. Kooperationspartner sind beispielsweise das Museum DKM, das Theater an der Ruhr und die Deutsche Opfer am Rhein. "Die Kinder sollen spüren, dass Lernen auch außerhalb der Schulmauern möglich ist", so Demes. "Bildung ist mehr als Prüfungen."

Die Verzahnung mit Kunst und Kultur bleibt dabei nicht allein auf den Kunstunterricht beschränkt; in intensivem Austausch mit dem Kollegium durchzieht sie den gesamten Lehrplan und soll darin einen festen Platz erhalten. "In den Gesellschaftswissenschaften arbeiten die Schüler beispielsweise an dem Projekt 'Kunst und Arbeitswelt'", erläuterte Silke Richter, didaktische Leiterin der Schule, "im Matheunterricht stellen die Kinder geometrische Formen her und im nächsten Jahr arbeitet eine Origamikünstlerin mit ihnen zusammen." Auf diese Weise könnte sich für die Schüler ein neues Betätigungsfeld eröffnen, das sie sich selbst wünschen, wie es in dem Film zum Thema "Heimat in Homberg" des zehnten Jahrgangs deutlich wurde: "Mehr Aktivitäten und öffentliche Orte für Jugendliche", so ihr Begehr.

(amra)