Kultur: Trompete und Orgel locken nach Hamborn

Kultur: Trompete und Orgel locken nach Hamborn

In der Friedenskirche gastierten Marcus Rust und Christian Grosch mit Musik alter Kulturen und Jazz.

Die diesjährige Ausgabe der Reihe der Sommerlichen (Orgel-)Konzerte in der evangelischen Friedenskirche Hamborn an der Duisburger Straße 174, jeden Mittwoch um 20 Uhr in den Sommerferien, hatte eine Woche früher begonnen (die RP berichtete). Deshalb war dies schon der fünfte Abend. Geboten wurde die beliebte Besetzung „Trompete und Orgel“. Allerdings brachten Marcus Rust (Trompete und Flügelhorn) und Christian Grosch (vor allem Orgel, aber auch Klavier, Percussion und Gesang) nicht wie üblich Barockes oder Zeitgenössisches, sondern „Musik alter Kulturen und Jazz“.

Was sich dahinter verbarg, verrät schon eine Aufzählung der neun Programmpunkte. Erstens das Loblied aus Israel „Halaluhu B’zilz’le schama“. Zweitens das Friedenslied aus Palästina „Ya rabba ssalami“. Drittens der Bhajan (geistliche Gesang) aus Indien „Saranam“, inhaltlich als „Zufluchtsort“ entsprechend dem biblischen Psalm 61. Viertens das besonders mitreißende afroamerikanische Spiritual „I’ve got a home na that rock“. Fünftens Psalm 135 in einer Vertonung orthodoxer Mönche aus Griechenland, das spirituelle Zentrum des Konzerts. Sechstens die Hymne der Dakota-Indianer „Many and great, oh God, are thy things“. Siebtens das brasilianische Loblied „Cantai ao senhor“, entsprechend Psalm 98. Achtens das deutsche Schlaflied „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“. Neuntens Psalm 34 im achten gregorianischen Psalmton.

  • Duisburg : Musik alter Kulturen und Jazz in der Friedenskirche

Marcus Rust und Christian Grosch brachten das alles einfühlsam arrangiert und betörend klangschön, meist meditativ und immer wieder tänzerisch, oft jazzig und zugleich jenseits aller Schubladen, vor allem jenen der Komposition und Improvisation – also alles ähnlich wie bei Rusts großem Vorbild, dem Meister der Improvisationsmusik: Markus Stockhausen. Die Begeisterung in der Friedenskirche war groß. Zehntens und elftens gab es noch zwei Zugaben.

Im nächsten, sechsten und somit für 2018 schon wieder letzten Konzert der Reihe am kommenden Mittwoch, 15. August, um 20 Uhr, gibt es wieder ein ganz klassisches Orgelkonzert. Hyekyoung Kang, von 2011 bis März 2018 Kantorin der evangelischen Lutherkirche Duissern, will mit je einem Meisterwerk von Josef Gabriel Rheinberger, Dietrich Buxtehude, Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn „Ein Feuerwerk auf der Orgel“ entfachen. Der Eintritt kostet sechs Euro. Anschließend gibt es wieder kühle Getränke (gegen Spende) im Kirchgarten, bei ungünstigen Wetterverhältnissen in der Sakristei.