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Duisburg: Kubanische Rhythmen heizten wieder dem TaM-Publikum ein

Duisburg : Kubanische Rhythmen heizten wieder dem TaM-Publikum ein

Wieder war die gelungene Show "The Bar at Buena Vista - Grandfathers of Cuban Music" zu Gast im Theater am Marientor (TaM). Draußen Minustemperaturen und Schneeflocken, innen heiße Rhythmen und virtuose Tänzer. Das erleben wir immer wieder gerne.

Seit der Eroberung durch die Spanier vor fünf Jahrhunderten vermischen sich auf der größten Karibikinsel indianische, europäische und afrikanische Einflüsse. Die Ureinwohner gingen bald an der Zwangsarbeit, die sie für die Spanier leisten mussten, und an den von den Spaniern mitgebrachten Krankheiten zu Grunde. Von ihnen ist in der kubanischen Musik nur noch die Maracas (Rassel) übrig. Schon früh wurden afrikanische Arbeitskräfte nach Kuba gebracht, die Sklaverei erst 1886 abgeschafft. Im 20. Jahrhundert kam der nordamerikanische Jazz auf die Insel. Die Grenzen zwischen "klassischer", "traditioneller" und "populärer" Musik sind auf Kuba fließend.

"The Bar at Buena Vista" beschwört den Geist des vorrevolutionären Havanna der 1950er Jahre, lebensfroh und leicht dekadent. Zigarren und Rum, schöne Frauen erwarten die Aufforderung zum Tanz. Stolz wird Kubas klingender Beitrag zum Weltkulturerbe präsentiert: Rumba und Cha-Cha-Cha, Mambo und Son. Auch zum internationalen Salsa hat die Zuckerinsel beigetragen. Fehlen dürfen ferner nicht die "Columbia", die den Ursprung der Rumba in wilden religiösen Zeremonien afrikanischer Herkunft zeigt, und der schwarze Überschwang einer "Comparsa" (Karnevals-Truppe). Anders als seinerzeit im Erfolgs-Film "The Buena Vista Social Club" treten in dieser Show mehrere Generationen auf. Das geht von dem 91 Jahre jungen Reynaldo Creagh bis zu den beiden jugendlichen Tänzerinnen Wendy Alvarez Betancourt und Doreyle Urgelle Betharte. Am Flügel der famosen Band saß mehrfach kein Geringerer als Jazz-Legende Guillermo "Rubalcaba" Gonzáles, geboren am 10. Januar 1922. Sein Anschlag hat Weltklasse.

Unbedingt erwähnt werden muss außerdem der Solotänzer Luis Chacón "Aspirina" Mendive, Jahrgang 1932. Zunächst gibt er vor, von einem Schlaganfall gezeichnet zu sein - um dann plötzlich loszuschnurren wie eine hyperaktive Tanzmaschine.

(RP)