Duisburg: Krömer — forsch und witzig

Duisburg : Krömer — forsch und witzig

Kurt Krömer wurde in der Rheinhausen-Halle unanständig, aufdringlich und zweideutig, und das Publikum war begeistert. Der Entertainer feierte einen großen Erfolg, vom Plaudern bis zum Striptease.

Rheinhausen Ja, ja, der Mann fällt sofort auf. Allein schon sein Aussehen: schlecht sitzender Anzug, Hornbrille und ein leicht schielender Blick sowie ein perfekter Scheitel. Die Rede ist von Kurt Krömer.

Die Talk- und Spaß-Show, die der Entertainer selbst "Kröm de la Kröm" nennt, wurde am Wochenende zur reinsten Quasselrunde. Krömer erzählte keine Witze — nein, er setzte in endlosen Reihen Pointe an Pointe. Die Rheinhausen-Halle war dazu restlos ausverkauft.

Krömer plauderte über Guido Westerwelle, über Uschi Glas' Falten und über seinen Musikunterricht. Ganz stubenrein waren seine Scherze — zumindest inhaltlich betrachtet — nicht immer. Und er schreckte auch nicht davor zurück, sein Publikum für seine Zwecke einzuspannen. Eigentlich wollte er je nur "talken", und dazu ließ er es sich nicht nehmen, ein junges Paar — Ilona und David — auf die Bühne zu holen.

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Szene mit verblüffter Zuschauerin

"Kuck mich an, wenn ich mit dir rede!", forderte er forsch, ehe er mit Ilona eine Liebesszene inszenierte. "Keine Angst, die Couch ist nicht das, was du denkst — darunter sitzt Rainer Calmund", behauptete er dreist. Sprach's und räkelte sich langsam, aber aufdringlich an die verblüffte Ilona heran.

Niemand war an diesem Abend vor ihm sicher. Beispielsweise bei einem Live-Telefonat mit der Auskunft, nach dem er bei einer geduldigen ledigen Hotelrezeptionistin eines Duisburger Drei-Sterne-Hotels landete.

Zwischendurch gewährte er Einblick in sein Tagebuch, Zitat: "Ich saufe nur noch an Tagen, die mit ,g' enden, und mittwochs", nahm mal kein Blatt vor den Mund, mal ersann er ziemlich eindeutige Zweideutigkeiten. Als er dann noch einen gekonnten Striptease hinlegte und als Superman auf der Bühne posierte, konnten die Zuschauer sich vielfach kaum noch halten vor Lachen.

Karriere mit langsamem Anlauf

Nach gut zwei Stunden Programm war Schluss mit lustig. Das Publikum hätte dem Berliner sicher gern noch länger zugehört.

Kurt Krömer, der kürzlich seinen 36. Geburtstag gefeiert hat, heißt mit bürgerlichem Namen Alexander Bojcan. Seine Karriere nahm einen langen Anlauf mit einer abgebrochenen Lehre zum Herrenausstatter, Jobs als Hausmeister, Hilfsarbeiter, Zeitungsausträger oder Kellner. Krömer gastierte auf verschiedenen Kleinkunstbühnen und machte sich langsam einen Namen. Bundesweit bekannt wurde er durch seine Talkshow "Die Kurt Krömer Show".

(RP)
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