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Duisburg: Kritik an Unterbringung in Turnhalle

Duisburg : Kritik an Unterbringung in Turnhalle

Der Duisburger Flüchtlingsrat lehnt die geplante Notunterbringung von Flüchtlingen in der Turnhalle der ehemaligen Grundschule Usedomstraße in Neumühl ab. Diese Lösung bezeichnet er als "Folge konzeptlosen Agierens und Ausdruck einer verfehlten Politik im Umgang mit wachsenden Asylbewerberzahlen".

Wie berichtet, hatte die Stadt am Dienstag angekündigt, dass möglicherweise schon in der kommenden Woche Flüchtlinge in der Neumühler Sporthalle untergebracht werden müssten. Denn aufgrund der in diesem Jahr nochmals deutlich steigenden Zuweisungszahlen bei den Asylbewerbern und der daraus resultierenden Aufnahmeverpflichtung stoße die Stadt an ihre Grenzen.

Frank Noroschat und Matthias Eidens vom Flüchtlingsrat: "Gerade bei dem hohen Leerstand von Wohnungen in Duisburg, dem offensichtlichen Fehlen eines Handlungsplanes und den in zahlreichen Untersuchungen und Vergleichsberechnungen belegten Vorteilen einer dezentralen Unterbringung von Geflüchteten lassen wir das Argument einer Notsituation so nicht gelten. Wir bewerten insbesondere die zusätzliche Unterbringung in Neumühl als Beitrag zu einer weiteren Eskalation in der Gefährdung von Geflüchteten."

Nach den Ereignissen der vergangenen Wochen und Monate in Neumühl, der fehlenden breiten Solidarisierung mit Geflüchteten im Stadtteil und der vorherrschenden Haltung, lieber zu schweigen, anstatt aktiv Position gegenüber Hetzern und Rassisten zu beziehen, sei Neumühl ein denkbar schlechter Ort, eine solche Unterbringung in Betracht zu ziehen.

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Zur künftigen Vermeidung einer solchen Situation fordert der Flüchtlingsrat die Stadtverwaltung auf, unverzüglich einen Akutplan vorzulegen. Der solle die Unterbringung von Geflüchteten in Wohnungen forcieren. Zudem müssten "Pufferungssyteme" gebildet werden. Außerdem fordert der Flüchtlingsrat die Einführung von Clearingverfahren zum geregelten Ablauf in der Unterbringung. "Ausdrücklich verweisen wir noch einmal auf die laufende Kampagne des Flüchtlingsrates Duisburg zur Einführung von verbindlichen Mindeststandards bei der Unterbringung von Geflüchteten", schreiben Noroschat und Eidens.

(skai)