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Kritik am Regionalplan für den Duisburger Süden

Anwohner wollen Beschwerde einreichen : Kritik am Regionalplan für den Duisburger Süden

Die Gegner des Regionalplans Ruhr kritisieren vor allem die geplante Bebauung am Alten Angerbach und Rahmerbuschfeld. Die Besucher der Info-Veranstaltung wollen offizielle Beschwerden einreichen.

Bei den Protesten der Bürger gegen den Regionalplan Ruhr steht der Erhalt der Freiflächen im Süden auf dem Spiel. Stadtweit regt sich Widerstand gegen die geplanten Bebauungen. Ende vergangener Woche traf sich im Gleis Drei eine Gruppe von Naturschützern, um sich über die Möglichkeiten des Protests zu informieren.

2200 Seiten umfasst der Regionalplan Ruhr. Johannes Meßer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Duisburg (BUND) hat sie alle durchgearbeitet und die für Duisburg relevanten Fakten herausgesucht. Am Donnerstagabend fehlte er jedoch krankheitsbedingt. Deswegen führte Melanie Schmidt von der Baumschutzinitiative Intakt durch die Veranstaltung. Auf den Süden, sagte sie, entfalle die größte Fläche, die bebaut werden soll. „Eine Bebauung des Alten Angerbachs und des Rahmerbuschfelds hätten schwerwiegende Folgen für die Umwelt“, sagte sie. Die Politik ignoriere die Fakten. „Viele dort lebende Tiere würden vertrieben.“ Eine dichtere Bebauung würde zudem die noch bestehenden Frischluftschneisen unterbinden. Als solche werden im Regionalplan unter anderem der Rhein und die A 3 mit ihren begrünten Lärmschutzwänden angegeben. „Ich habe keine Ahnung, wie das frische Luft sein soll“, sagt Schmidt.

Melanie Schmidt vom Bündnis Intakt führte durch den Abend. Foto: Bögeholz. Foto: Funke Foto Services GmbH/Kerstin Bögeholz

Eine Argumentationslinie der Naturschützer: In Duisburg werde immer mehr gebaut, dabei sinke die Zahl der Einwohner. „Düsseldorf sucht nach Baugrundstücken in Duisburg, um seine eigenen Landschaftsschutzgebiete behalten zu können“, sagt die parteilose Ratsfrau Britta Söntgerath. „Es gibt einen Vertrag zwischen den Städten, dass Duisburg der Stadt Düsseldorf 10 Prozent dieser Flächen abnimmt.“ Häufig, klagt Schmidt, werde von der Politik argumentiert, es gebe zu wenig Wohnraum. „Die Bebauung des Alten Angerbachs hat aber nur den Zweck, Kohle mit gut betuchten Düsseldorfern zu machen“, sagte sie. „Die Politik soll sich für Menschen einsetzen, die hier leben – nicht für solche, die zuziehen würden.“ Noch bis zum 27. Februar können Betroffene Einspruch beim Regionalverband erheben: „Es gibt vorformulierte Schreiben, oder Sie verfassen selbst eines“, rät Schmidt. „Die Menschen können auch bei Projekten in anderen Stadtteilen Einspruch erheben“, betont sie.

Groß war der Andrang nicht im Gleis Drei, nur etwa 30 Menschen waren gekommen, um zu hören, was Schmidt zu sagen hatte. Zu ihnen gehört auch ein Ehepaar, das in der Straße Vorm Grindsbruch lebt. „Wir haben von unserem Haus aus einen Blick auf die Felder und die Flora, das wollen wir uns unbedingt erhalten“, sagen sie. Sie sind auf Facebook auf das Thema aufmerksam geworden. Auch sie wollen zwei Beschwerden formulieren. „Jeden Morgen ist es bei uns zwei Grad kühler als in der Stadt, das ist sehr angenehm.“