Duisburg: Krebs überlebt, Kneipe eröffnet

Duisburg: Krebs überlebt, Kneipe eröffnet

Der frühere Busfahrer Heinz Ulrich (51) ist ein Kämpfer: Nach überstandener Krebs-Therapie hat er den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und in Neudorf eine nach seinen Kindern benannte Kneipe eröffnet.

Nach überstandener Lungenkrebs-Operation und anschließender Chemotherapie schöpfte der ehemalige Busfahrer Heinz Ulrich neuen Lebensmut. Wegen seiner schweren Erkrankung und einer 80-prozentigen Gehbehinderung auf dem Arbeitsmarkt schwer vermittelbar, wagte der 51-Jährige den Schritt in die Selbstständigkeit. "Ich konnte und wollte nicht zu Hause sitzen," erzählt Ulrich und fügt hinzu. "Im Internet fand ich in Neudorf ein geeignetes Lokal."

Unterstützung vom Gründercoach

Mit Hilfe eines Privatdarlehens und einer kleinen Unterstützung des Jobcenters Duisburg erfüllte Heinz Ulrich sich einen lang gehegten Lebenstraum und eröffnete gemeinsam mit seiner Frau Birgit im ehemaligen "Haus Haverkamp" an der Kammerstraße 64 sein "MaJuMa" (Namensgeber sind seine drei Kinder Marius, Justin und Madita). Hilfe in allen formalen Fragen holte sich der Neu-Wirt beim Gründercoach: "Andreas Richter und Burkhard Küpper halfen mir auf allen für die Neugründung wichtigen Gebieten — von der Werbung bis hin zur Steuererklärung", erzählt Ulrich

Nicht nur im Viertel, sondern auch in anderen Stadtteilen ist das "MaJuMa" inzwischen ein bei Jung und Alt bekannter und beliebter Treffpunkt. In freundlicher und gemütlicher Atmosphäre genießen Gäste aller Generationen Feierabend-Bierchen und bunte Cocktails.

Bingoabende und "Wunschessen"

  • Hintergrund : Kriterien für eine vererbte Krebserkrankung

Darüber hinaus bietet Heinz Ulrich seiner ständig wachsenden Stammkundschaft ein buntes Unterhaltungsprogramm. Neben regelmäßigen Gesellschaftsspiel- und Musikabenden für Oldiefans findet an jedem ersten Samstag im Monat ein äußerst beliebter Bingoabend statt. Dart- und Kickerturniere sowie Karaoke-Abende werden in lockerer Folge veranstaltet. Eine besonders beliebte Aktion ist das sogenannte "Wunschessen".

Ein Gast bestellt bei Heinz Ulrich und seinem Team sein Wunschessen, das er und seine bis zu 25 Personen umfassende Gästeschar zwei Tage später im "MaJuMa" genießen können. "Die erste Etappe unserer Existenzgründung ist geschafft", berichtet Ulrich stolz. "Das Geschäft trägt sich bereits jetzt nach wenigen Monaten selbst." Für die Zukunft wünscht sich der frisch gebackene Unternehmer, dass er und seine Familie mit dem Lokal ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Tombola fürs Malteser-Hospiz

Nachdem Heinz Ulrich von vielen Seiten tatkräftige Unterstützung erfahren hat, möchte er auch anderen helfen. Am vergangenen Wochenende veranstaltete er im Rahmen des Cocktailabends zum ersten Mal eine große Tombola. "Der Reinerlös dieser Aktion ist für das Malteser-Hospiz Sankt Raphael an der Albert-Magnus-Straße in Huckingen bestimmt", erklärte er.

In dieser Einrichtung werden unter anderem schwerstkranke und sterbende Kinder und Jugendliche betreut. Man kümmert sich um die Familien, in denen ein Kind oder ein Jugendlicher an einer fortschreitenden und eventuell lebensverkürzenden Krankheit leidet. Zahlreiche Unternehmen aus Duisburg und Umgebung halfen bereits mit Sachspenden. Die Teilnahme bei der Tombola lohnte sich, denn jedes Los gewann.

(gh)