Polizei in Duisburg: Krawallbrüder sorgten für viel Arbeit

Polizei in Duisburg : Krawallbrüder sorgten für viel Arbeit

Die Polizei Duisburg hatte in diesem Jahr wieder alle Hände voll zu tun. Schlimme Unfälle, Verbrechen und andere Straftaten haben sich in den vergangenen zwölf Monaten ereignet. Es gab aber auch Kurioses.

Es sind vor allem die Unfälle, bei denen Menschen ums Leben kamen, die sich bei vielen ins Gedächtnis einbrennen. Auf der A 40 kam es im Oktober zwischen den Anschlussstellen Rheinhausen und Homberg zu einem Stau. Das aber bemerkte eine 21-jährige Krefelderin zu spät und fuhr auf einen Lastwagen auf.

Nachdem die Frau auf dem Standstreifen angehalten hatte und ausgestiegen war, um die Unfallstelle zu sichern, krachte ein Fahrer eines Kleintransporters auf den stehenden Wagen der Frau. Sie starb noch an der Unfallstelle an ihren schweren Verletzungen.

Nicht weniger dramatisch endete Monate zuvor ein Stau-Unfall auf derselben Autobahn in Höhe vom Kreuz Kaiserberg. Dabei wurde ein niederländisches Ehepaar in seinem Wagen zwischen zwei Lkw eingequetscht und getötet. Der Fahrer des hinteren Lastwagens hatte offenbar zu spät auf den Stau reagiert.

Schlagzeilen weit über Duisburg hinaus machte ein Unglück am Rhein. Im Mai endete für einen 13-jährigen Jungen ein Sturz ins Wasser tödlich. Ein Zeuge, der einen Jugendlichen um Hilfe rufen hörte, war zwar noch in die Fluten gesprungen, um das ertrinkende Kind zu retten, doch einen halben Meter von ihm entfernt wurde der 13-Jährige unter Wasser gezogen.

Der Helfer tauchte unter, konnte aber in dem trüben Wasser nichts erkennen und rettete sich selbst nach einigen Minuten völlig entkräftet ans Ufer. Eine gute Woche später wurde die Leiche des Jungen aus dem Kultushafen geborgen. Ein 74-Jähriger hatte den leblosen Körper entdeckt. Im Zusammenhang mit diesem Unfall kam es zwischen Angehörigen des Ertrunkenen und Nachbarn zu körperlichen Auseinandersetzungen. Als die Leiche des Kindes nach einer Woche gefunden war, stand recht schnell fest, dass das Kind von einem Freund geschubst worden war.

Zwei Straßenbahnunfälle sorgten vor wenigen Wochen für erhebliche Störungen im Nahverkehr, abgesehen davon, dass sie das Leben der beiden Opfer nachhaltig verändert haben. Am Grunewald geriet ein Mann unter die Bahn, die er offenbar weder gesehen noch gehört hatte. Lebensgefährlich verletzt wurde er nach aufwendiger Bergung befreit. Wenige Tage zuvor war ein 17-jähriger Radfahrer in Walsum von einem Straßenbahnzug erfasst und rund 60 Meter mitgeschleift worden. Der junge Mann überlebte das Unglück. Im August wurde ein Straßenbahnfahrer fast verprügelt, nachdem er geistesgegenwärtig reagierte, indem er eine Vollbremsung einleitete, nachdem wenige Meter vor ihm ein drei Jahre altes Mädchen die Schienen im Bereich der Haltestelle "Pollmann" in Marxloh überquerte. Obwohl das Kind nicht von der Bahn erfasst wurde, stürzte es und verletzte sich. Der 44-jährige DVG-Fahrer wurde nach dem Vorfall von Umstehenden attackiert und musste von anderen Passanten bis zum Eintreffen der Polizei vor Übergriffen geschützt werden.

Unter die Kategorie Kurios fällt ein Polizeieinsatz in Rumeln. Dort berichteten Bürger, im Bereich der Supermärkte an der Rathausallee ein "Monster" gesichtet zu haben. Nach längerer polizeilicher Suche konnte das Tier gefangen werden. Das "Monster" entpuppte sich als drei Meter lange Würgeschlange und wurde nach seiner "Festnahme" artgerecht untergebracht.

Nicht schlecht staunten die Polizeibeamten, die im Herbst einen Unfall im Röttgersbach aufnahmen. Dort war ein älterer Autofahrer in einem Kreisverkehr einfach mal geradeaus gefahren und hatte seinen Wagen auf einer Steinplastik mittendrin "aufgesetzt".

Der unrühmliche Titel der "schnellsten Frau" in der Stadt gebührt vielleicht jener 53-Jährigen, die der Polizei bei einer Geschwindigkeitskontrolle auf der Wanheimer Straße ins Netz ging. Gemessen wurde sie mit 126 Stundenkilometern, erlaubt waren 50. Nach Angaben der Beamten bezahlte sie die 1000 Euro Bußgeld "ohne mit der Wimper zu zucken". Wie schön hätte sie mit dem Geld wohl shoppen können...

Deutlich gemächlicher unterwegs war in Marxloh ein Exhibitionist auf einem klapprigen Damenrad. Er hatte sich während der Fahrt vor einer 20-jährigen Frau entblößt, die mit Schreien auf ihre Situation aufmerksam machte. Der Nackte konnte auf seinem dunkelblauen Rad flüchten.

Als wären Unfälle, Diebstähle oder Einbrüche nicht schon genug Arbeit, mussten sich Duisburgs Polizisten in diesem Jahr immer wieder mit Demonstrationen "herumärgern". Rechtspopulisten wollten gleich mehrfach das in Duisburg heiß diskutierte Problem mit den Rumänen und Bulgaren für ihre Zwecke missbrauchen. Ihren angemeldeten Aufmärschen setzte ein breites Bündnis von gesellschaftlichen Gruppen ihrerseits Demos entgegen. Die Polizei verhinderte erfolgreich ein Aufeinandertreffen, benötigte dazu allerdings ebenso Zusatzkräfte wie für die Einsätze gegen rivalisierende Rockerbanden und für die Bekämpfung der Straßenkriminalität.

Anerkennung verdiente sich Polizeipräsidentin Dr.Elke Bartels allerdings weniger mit diesen gelungen als mit einer letztlich gescheiterten Aktion. Erstmals schien es so, als hätte sie mit einem Verbot den Aufmarsch von Rechtspopulisten verhindern können. Erst das Bundesverwaltungsgericht entschied in letzter Sekunde, dass der Aufmarsch genehmigt werden muss, und das ausgerechnet am geschichtsträchtigen 8. November, einem Tag, an dem Demokraten der Verbrechen der Nazis an Andersdenkenden und Andersgläubigen gedenken.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Unfälle und Kriminalität 2013 in Duisburg

(RP)
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