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Möglicher Bombenfund in Duisburg: Krankenhaus bereitet sich auf Evakuierung vor

Möglicher Bombenfund in Duisburg : Krankenhaus bereitet sich auf Evakuierung vor

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Malteser-Krankenhaus St. Anna in Duisburg-Huckingen soll ein Blindgänger liegen. Das Krankenhaus bereitet sich auf die Evakuierung vor, auch das Hospiz und die umliegenden Wohnviertel sind betroffen. Am kommenden Mittwoch rückt der Kampfmittelräumdienst an.

Fehlalarm oder Evakuierung? Wenn am kommenden Mittwoch die Experten des Kampfmittelräumdienstes in Huckingen anrücken, ist beides möglich. Unweit des Malteser Krankenhauses St. Anna soll eine Weltkriegsbombe im Erdreich liegen. Darauf deuten Bodenuntersuchungen hin, ausgebuddelt worden ist das Weltkriegs-Relikt aber noch nicht: "Der Verdacht ist sehr konkret", sagt Stadtsprecher Frank Kopatschek.

Bei der routinemäßigen Überprüfung des betroffenen Baugrundstück in Huckingen ist ein Gegenstand ausgemacht worden sein, der die Umrisse einer Bombe hat. Sollte es sich tatsächlich um einen Sprengkörper handeln, müssten das Krankenhaus, das angrenzende Hospiz St. Raphael und wohl auch das nahe Wohnviertel evakuiert werden. Stadt, Feuerwehr und Krankenhausleitung erarbeiten derzeit entsprechende Pläne.

Dabei können alle Beteiligten auf die Erfahrungen beim Bombenfund am Duisburger Klinikum vor eineinhalb Jahren zurückgreifen. Im August 2011 waren rund 170 Rettungskräfte im Einsatz, um etwa 100 Patienten in die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik zu verlegen. Im aktuellen Fall ist von einer ähnlichen Größenordnung auszugehen. "Wir reduzieren bereits unsere Bettenbelegung von etwa 300 auf rund 100 Patienten", sagt Annette Debusmann, Sprecherin des Malteser Krankenhauses. Auch die Operations-Pläne würden überarbeitet. "Am Mittwoch darf im OP überhaupt gar nichts stattfinden", sagt Debusmann: "Wir gehen davon ausgehen, dass wir evakuieren müssen. Dementsprechend muss alles vorbereitet sein, um Komplikationen zu vermeiden."

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Am frühen Mittwochmorgen wollen sich die Kampfmittel-Experten ein genaues Bild verschaffen und den Fremdkörper untersuchen. "Gegen 9 Uhr dürften wir Gewissheit haben. Je nach Gewicht und Zünderart ziehen wir dann den Evakuierungsradius", sagt Stadtsprecher Kopatschek. Das unmittelbar neben dem betroffenen Grundstück liegende Hospiz und das Krankenhaus müssten beim Bombenfund in jedem Fall evakuiert werden.

(RP/jco/top)