Kranichschule in Duisburg: Schüler üben für Auftritt im Komma-Theater

Kranichschule in Duisburg : Förderschüler üben für Auftritt im Komma-Theater

Kinder der Duisburger Kranichschule trainieren mit Profis für eine Tanzaufführung im Komma-Theater. Senioren sind die ersten Zuschauer.

Tanzlehrerin Pavlina Cerna klatscht zwei Mal in die Hände. Die 20 Kinder der Kranichschule lassen ihre Köpfe von links nach rechts zu verspielter Musik kreisen. Die Besucher aus dem Seniorenzentrum Im Schlenk in Duisburg-Wanheimerort machen spontan vom Stuhl oder Rollstuhl aus mit. „Sitzend geht das besser“, ruft eine Seniorin in den Raum. Die Kinder der Tanz-AG proben mit der Hilfe von zwei professionellen Tänzerinnen und Pina Bausch-Schülerinnen für die Aufführung „Vorher nachher!“ im Komma-Theater. Bei der öffentlichen Übungsstunde sehen die Senioren einen Teil des Stückes schon vor der Premiere. Die Schüler haben eigene Bewegungselemente und Abfolgen mit der Hilfe der Tanzlehrerinnen entwickelt.

Dass einige Kinder im normalen Unterricht verhaltensauffällig sind und Probleme mit der Sprache oder Motorik haben, spielt in der kleinen Schulaula der Förderschule für Sprache keine Rolle. „Die gerade Haltung, die hier gelehrt wird, trägt zum Selbstbewusstsein der Kinder bei. Auch Kinder, die normalerweise wenig sprechen, machen mit“, sagt die Lehrerin Sabine Manek, die das Tanzprojekt organisiert hat.

Die einstudierten Choreographien dauern ungefähr eine halbe Stunde. Um die gelernten Schrittfolgen abzurufen, ist viel Konzentration gefragt. „Sie müssen sich sehr viel merken. So konzentriert arbeiten sie sonst selten“, so Sabine Manek. Für jedes Kind ergeben sich durch das Projekt individuelle Entwicklungsfortschritte – bei der Kommunikation, dem Körpergefühl oder der Teamfähigkeit. Bevor es im Juni kostümiert und geschminkt auf die Bühne geht, proben die Kinder ein Schuljahr lang mit den Tänzerinnen.

Die Bühnenerfahrung am Ende sei besonders wichtig, „weil das noch einen ganz anderen Zauber hat“, begründet Sabine Manek. Der Wanheimerorter Bürgerverein unterstützt das Tanzprojekt bei der Beantragung der Gelder. Eine Förderung kommt aus den Mitteln des Bundesprogramms „Kultur macht stark“. Die Finanzierung für das kommende Schuljahr sei auch schon beantragt.

Das Konzept des Projekts soll auch andere Menschen aus der Nachbarschaft miteinbeziehen. Deshalb werden die Senioren am Ende der Probe in das Abschlussspiel integriert. Sie bilden gemeinsam mit den Kindern ein Labyrinth, wo mehrere Schüler durchflitzen dürfen. Im Anschluss helfen zwei Mädchen einer alten Dame auf und begleiten sie auf ihren Platz. „Die Kinder spornen die Senioren an“, sagt Jutta Muntoni, die Leiterin des sozialen Dienstes im Seniorenzentrum.

(mh)
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