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Duisburg: Kraftwerke: nur ein Drittel Auslastung

Duisburg : Kraftwerke: nur ein Drittel Auslastung

Der DVV-Konzern hat im vergangenen Jahr ein Minus von 3,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Kraftwerke laufen nicht rentabel.

Das Geschäft mit der Energie ist ein schwieriges geworden. So erzielen die Stadtwerke 50,3 Prozent ihres Umsatzes mit dem Handel an der Energiebörse in Leipzig - der Anteil der eigenen Kraftwerke in Hochfeld und Wanheim am Umsatz liegt bei lediglich 3,5 Prozent. "Wir versuchen hier den wirtschaftlichen Verlust zu optimieren", sagte der Konzernchef der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) gestern bei der Vorstellung der Bilanz.

Mit den Zahlen (siehe Box) könne man zufrieden sein, so Wittig. Sorgen bereiteten weiter das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), das Stromproduzenten wie die Stadtwerke benachteiligten und zu wenig berücksichtigen, wie ressourcenschonend Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sei. Das "RePower" genannte Umstrukturierungsprogramm habe im ersten Jahr für eine Verbesserung von 22 Millionen Euro gesorgt. Geplant seien zunächst nur 15 Millionen gewesen. Bis Ende 2014 sollen insgesamt 30 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Die Kraftwerke der Stadtwerke in Hochfeld und Wanheim liefen im vergangenen Jahr nicht mehr als 2000 Stunden - ausgelegt sind sie auf 6000 bis 7000 Stunden. Dabei erwirtschafteten sie ein Minus von rund 8,6 Millionen Euro. "Würden sie mehr als dieses Drittel laufen, wären die Verluste noch höher", so Wittig. Wenn sie noch weniger liefen, sei die Leistung der Grundlast für die Fernwärmeproduktion nicht mehr gewährleistet.

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Noch im September soll der Kauf der restlichen 49 Prozent am Energiekonzern Steag fixiert werden, Anfang 2015 soll er vollzogen werden. Das Konsortium der beteiligten Energieversorger, darunter die Stadtwerke Duisburg, will dabei die günstige Zinssituation auf dem Kapitalmarkt nutzen. Die Duisburger Stadtwerke müssen dafür rund 35 Millionen Euro zahlen. Die Rendite der Steag soll dazu ausreichen, den Kapitaldienst zu erfüllen. Zur Steag gehören unter anderem auch Kohlekraftwerke in Kolumbien oder der Türkei. Das Stadtwerke-Konsortium hatte sich beim Kauf von 51 Prozent der Steag-Anteile frühzeitig verpflichtet, auch die restlichen 49 Prozent zu übernehmen.

Die Zukunft des nicht mehr benötigten Stadtwerketurms bleibt ungewiss. Die Denkmalschutzbehörde hat den Turm als "Landmarke" vorsorglich unter Denkmalschutz gesetzt. Zurzeit gibt es Untersuchungen, wie sicher die Verbindung der einzelnen Turm-Segmente überhaupt ist.

Ein Fragezeichen bleibt auch bei den geplanten Windrädern in Mündelheim. Eine Beteiligung an einer möglichen Ertüchtigung des Drehfunkfeuers der Flugsicherung am Airport Düsseldorf könnte die Renditeerwartung der Stadtwerke an die Windräder empfindlich dämpfen.

(RP)