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Duisburg: Kraftwerk Walsum: EVN will Schadensersatz

Duisburg : Kraftwerk Walsum: EVN will Schadensersatz

Die Energieversorgung Niederösterreich AG (EVN), die am Kohlekraftwerk 10 der Steag in Walsum zu 49 Prozent beteiligt ist, hat sich entschieden, rechtlich gegen das Generalunternehmerkonsortium, Hitachi Ltd. und Hitachi Power Europe GmbH, vorzugehen. Wie das österreichische Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen am Montag mitteilte, sollen eine Schiedsklage gegen das Konsortium und eine gerichtliche Klage gegen ein Versicherungsunternehmen eingelegt werden.

Die Schäden, die der Projektgesellschaft zur Errichtung des Kraftwerkblocks Walsum 10 durch die Verzögerungen beim Bau entstanden sind, belaufen sich nach Angaben von EVN auf rund 600 Millionen Euro.
Geltend gemacht werden sollen Schadensersatz für Verzug, verzögerungsbedingte Mehrkosten, die vorfinanzierten Reparaturkosten und Ausfälle durch entgangene CO2-Zuteilungen. Auch sollen Ansprüche gegen den Versicherer geltend gemacht werden.

Die genauen Ansprüche und die Höhe der finanziellen Schäden sollen im Schiedsverfahren geklärt werden. Für die nächsten Tage erwartet EVN die Zustimmung des Mehrheitsgesellschafters, der Steag AG, zu der angestrebten Klage. 2005 gründeten die Steag und die EVN eine Projektgesellschaft zum Bau des neuen Steinkohlekraftwerkes in Walsum. Mit einem Anteil von 51 Prozent ist die Steag Mehrheitsgesellschafter. 2006 wurde mit dem Bau des Kraftwerksblockes Walsum 10 begonnen, der über eine installierte Leistung von 725 Megawatt (MW) verfügen soll.

Die ursprünglichen Planungen sahen vor, dass die neue Anlage bereits im Jahre 2010 ans Netz gehen sollte. Dies war jedoch nicht möglich, da der Kessel, bei dessen Bau ein Hochleistungsstahl verwendet worden war, Undichtigkeiten aufwies. Die dadurch notwendig gewordenen Reparaturarbeiten führten zu enormen zeitlichen Verzögerungen. Erst im Juni dieses Jahres speiste der umgebaute Kraftwerksblock Strom ins Netz ein. Die erste Einspeisung erfolgte nach Aussage der Steag mit einer Leistung von 175 MW. Im Zuge des Probebetriebs fanden dann weitere Einspeisungen mit unterschiedlichen Leistungen statt.

(RP/ac)