Kosten für Deich in Mündelheim verdoppeln sich

Hochwasserschutz bei Mündelheim: Deichbaukosten verdoppeln sich

Hochwasserschutz bei Mündelheim wird jetzt mit fast 110 Millionen Euro kalkuliert. Bombensuche und Bauboom sind Gründe für die Verteuerung.

Die Kosten für den neuen Deich im Mündelheimer Rheinbogen werden sich voraussichtlich von den ursprünglich kalkulierten 52,6 Millionen Euro auf fast 110 Millionen mehr als verdoppeln. Ein kleiner Trost aus Duisburger Sicht: Der Anteil der Stadt wird bei 12,3 Millionen Euro liegen, den großen Rest tragen das Land Nordrhein-Westfalen und der Bund.

„Das Land muss die meisten Mehrkosten tragen“, erklärte Umweltamtsleiter Volker Heimann. Und er hat auch Erklärungen für die deutlichen Kostensteigerungen. Die ursprünglichen Zahlen stammten aus dem Jahr 2008, seitdem habe es zum einen „normale“ Preissteigerungen gegeben, aber auch solche, die durch den aktuellen Bauboom bedingt sind. Auch seien in den aktuellen Kostenkalkulationen 40 Millionen Euro enthalten, die allein durch die Aufständerung der B 288 fällig werden, die vierspurig über den Deich geführt wird bis zur Uerdinger Brücke. Weiterer erheblicher Kostenfaktor: die durch neue Vorschriften wesentlich teuere Suche nach Kampfmitteln wie Bomben und Granaten aus dem zweiten Weltkrieg. So wie die Kosten in die Höhe gegangen sind, wird sich auch die Bauzeit verlängern: von ursprünglich geplanten sieben auf nach aktueller Rechnung 14 Jahre. Baubeginn des ersten von vier Bauabschnitten war 2014.

Die beiden ersten Bauabschnitte von Düsseldorf-Wittlaer im Norden der Landeshauptstadt bis in den Süden Mündelheims sind laut Heimann fertiggestellt. Nun geht es an die eigentliche Rückverlegung einer Deichstrecke bis in den Westen Mündelheims. „Zur Sicherstellung des Hochwasserschutzes ist die Fortführung der Baumaßnahme unaufschiebbar“, heißt es in der Vorlagen, die der Stadtrat am 25. Februar beschließen soll.

Der neue Deich wird sich von seinem Vorgänger durch eine größere Breite über der Erde unterscheiden und durch eine 60 Zentimeter dicke Dichtwand bis in eine Tiefe zwischen zwölf und 20 Metern unter dem Hochwasserschutzwall. Für diese Arbeiten laufen derzeit die Ausschreibungen, sagt Heimann, in diesem Jahr soll auch noch mit dem Bau begonnen werden. Aber, ergänzt Heimann, auch in diesem Zusammenhang müsse für jeden Bohrpfahl im Untergrund nach Munition gesucht werden.

Kurz vor dem Abschluss stehe dagegen die Verlegung einer Erdgas-Pipeline, die parallel zur B 288 verläuft. Auch diese Arbeiten wurden notwendig, wegen der Aufständerung der wichtigen Straße zwischen Krefeld und der Autobahn 524 in Richtung Breitscheider Kreuz. Ein weiterer zusätzlicher Kostenfaktor war laut Heimann auch die Entschädigung von Bauern, deren Land künftig bei Hochwasser überflutet wird.

(mo)
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