Mercatorhalle in Duisburg: Konzerte ab 2016 wieder im Großen Saal

Mercatorhalle in Duisburg : Konzerte ab 2016 wieder im Großen Saal

Kulturdezernent Thomas Krützberg, Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi und Philharmonie-Intendant Dr. Alfred Wendel stellten gestern das Programm der neuen Konzertsaison 2014/2015 vor.

Kulturdezernent Thomas Krützberg nutzte gestern das Pressegespräch zur neuen Duisburger Konzertsaison 2014/2015, um einen verbindlichen Zeitplan zur Sanierung der seit August 2012 aus Brandschutzgründen geschlossenen Mercatorhalle vorzulegen. Der Kleine Saal kann wie bereits berichtet im September 2014 wieder eröffnet werden. Für den Großen Saal nannte er gestern Anfang 2016. Dort müssen mehr als 1000 Baumängel beseitigt sowie die gesamte Statik und Bühnentechnik erneuert werden. Krützberg: "Da kann man nicht mehr von Schlamperei sprechen, das war Vorsatz."

Foto: Christoph Reichwein

Philharmonie-Intendant Dr. Alfred Wendel bedankte sich gestern ausdrücklich dafür, dass Oberbürgermeister Sören Link und Krützberg sich im Sinne der Duisburger Philharmoniker dafür eingesetzt hätten, dass die Sanierungsarbeiten so bald wie möglich beginnen können. So lange wird das Orchester vorübergehend weiter im Theater am Marientor (TaM) auftreten. Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi meinte gestern gelassen, für ihn als gebürtiger Römer sei der Begriff "vorübergehend" ziemlich dehnbar. Die Solisten und Gastdirigenten der Philharmonischen Konzerte würden ihm bestätigen, dass das TaM als Konzertort funktioniere - es sei nur eben "keine Stradivari wie die Mercatorhalle".

Foto: Christoph Reichwein (crei)

In den Philharmonischen Konzerten wird seit langem wieder einmal die Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125 mit Schlusschor über Schillers Ode "An die Freude" von Ludwig van Beethoven aufgeführt, nämlich im vierten Philharmonischen Konzert am 19. und 20. November 2014. Der vor dann 50 Jahren in Duisburg geborene Weltgeiger Frank Peter Zimmermann spielt im fünften Philharmonischen Konzert am 7. und 8. Januar kommenden Jahres das Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47 von dem vor dann 150 Jahren geborenen Jean Sibelius.

"Artist in Residence" (Gastkünstler) der Saison 2014/2015 wird der 1963 geborene Geiger (und Dirigent) Kolja Blacher. Im sechsten Philharmonischen Konzert am 28. und 29. Januar 2015 spielt (und dirigiert) er das Violinkonzert d-Moll WoO 23 von Robert Schumann, im neunten Philharmonischen Konzert am 1. und 2. April 2015 spielt er das Violinkonzert op. 33 von dem vor dann 150 Jahren geborenen Carl Nielsen. Außerdem gestaltet Kolja Blacher zwei Kammerkonzerte im TaM: das vierte Kammerkonzert am 18. Januar 2015 solo "Von Bach bis Berio", darunter die Sonate für Violine solo op. 40 von seinem Vater Boris Blacher, und das siebte Kammerkonzert am 19. April 2015 zusammen mit "Friends", darunter Mitglieder der Duisburger Philharmoniker, unter anderem mit den fetzigen "Electric Preludes" für sechssaitige elektrische Violine und Streicher von dem australischen Komponisten Brett Dean.

Den Duisburger Meisterkurs an der Folkwang-Universität der Künste gibt diesmal der Cellist Steven Isserlis, das Abschlusskonzert steigt am 2. November dieses Jahres in der Hochschule. Im dritten Philharmonischen Konzert am 29. und 30. Oktober spielt Isserlis das Cellokonzert von Edward Elgar. Den Musikpreis der Stadt Duisburg 2014 erhält die Sopranistin Nina Stemme, die Verleihung ist am 9. November im Lehmbruck-Museum.

Das Spielzeitheft "play!" ist ab heute erhältlich. Im Anschluss an das Philharmonische Konzert heute und morgen wird es zudem an das Publikum ausgeteilt.

(hod)
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