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Duisburg: Konditorei Bittner verlässt Duisburg

Duisburg : Konditorei Bittner verlässt Duisburg

Produktionsstätte samt Café in Großenbaum werden Ende Mai geschlossen.

Ende des Monats wird Großenbaum um einen Kundenmagneten ärmer: Die Konditorei Otto Bittner gibt ihre Produktionsstätte im Gewerbegebiet Am Handwerkshof auf und damit auch das beliebte Café. Es lockte nicht nur mit den hochwertigen Torten und Pralinés, sondern auch mit seiner besonderen Atmosphäre. "Es stimmt, dass wir zum Ende des Monats schließen", bestätigt Dirk Jonack, einer der Geschäftsführer von Büsch und Bittner, auf Nachfrage das Aus für Großenbaum.

Vor einigen Jahren war der Düsseldorfer Traditionsbetrieb (vor mehr als 110 Jahren gegründet) schon mal in Schwierigkeiten geraten. Damals wurde Bittner Teil der Konditoreibetriebe Limper, die vor fünf Jahren Insolvenz anmelden mussten. Bittner, von der Großbäckerei Büsch übernommen, behielt den Produktionsstandort in Großenbaum und baute einen Teil der Immobilie zum Café um.

Wie zu Hause fühlte sich dort das Stammpublikum, was vor allem an den freundlichen Mitarbeitern lag, die immer ein nettes Wort für die Gäste bereit hielten. Vor allem samstags bildeten sich oft lange Schlangen vor der Türe, und es war bisweilen unmöglich, einen freien Platz in dem Gastraum zu finden.

An mangelnder Qualität der Ware oder fehlender Kundenakzeptanz liegt daher das Aus im Großenbaumer Gewerbegebiet nicht. "Wirtschaftliche und logistische Gründe spielen bei der Schließung eine Rolle", erklärt Dirk Jonack. Es sei wirtschaftlich nicht attraktiv, auf so kurzer Distanz wie zwischen Großenbaum und Kamp-Lintfort einen derart logistischen Aufwand zu betreiben. Beispielsweise führen die Fahrzeuge von Büsch und Bittner manchmal zeitgleich in die gleiche Richtung.

Die Duisburger müssen nicht komplett auf die süßen Köstlichkeiten aus der Bittner-Kollektion verzichten, wenn sie mobil sind. Die Kreationen der Konditorei können weiterhin im Rhein-Ruhr-Zentrum in Mülheim oder in Düsseldorf am Carlsplatz 20/21 gekauft (oder direkt gegessen) werden. Produziert werden sie dann am Standort Kamp-Lintfort. "Wir sind weiter von den Produkten überzeugt", sagt Jonack. "Deswegen ist es uns wichtig, dass die Qualität der Waren weiter hoch bleibt."

Das Unternehmen Büsch strebt an, alle 49 Mitarbeiter aus Großenbaum weiter zu beschäftigen. "Alle Mitarbeiter haben ein Angebot bekommen", sagt der Geschäftsführer. Die meisten hätten bereits zugesagt. Der Plan sieht vor, dass die Mitarbeiter aus der Produktion nach der Schließung in Kamp Lintfort arbeiten werden. Auch den Service-Kräften aus dem Café sind Angebote gemacht worden. "Hoffentlich schaffen wir es, dass wir alle Mitarbeiter mitnehmen können", sagt Jonack. "Denn sie bringen alle das nötige Know-How mit."

(jlu)