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Kommunalwahl 2020 in Duisburg: SPD und CDU stürzen in Umfrage ab

Umfrage zur Kommunalwahl in Duisburg : SPD und CDU sacken in Umfrage ab

Herber Schlag für die große Koalition in Duisburg: Rund anderthalb Wochen vor der Kommunalwahl sinkt die Zustimmung für SPD und CDU laut einer Umfrage um mehr als zehn Prozent. Gewinner sind die Grünen.

(atrie/th) Die SPD in Duisburg hat einer aktuellen Umfrage zufolge zwar gute Chancen, auch nach der Kommunalwahl stärkste Kraft im Rat zu bleiben, doch die Zustimmung für die Sozialdemokraten sinkt. Auch die CDU verliert massiv an Stimmen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap, die der WDR mit mehreren Zeitungen in Auftrag gegeben hat.

Laut der Auswertung, die der Rundfunksender in den elf größten NRW-Städten durchgeführt hat, kommt die SPD in Duisburg auf 35 Prozent. Auf Platz zwei folgt die CDU mit 21 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 18 Prozent. Die Linkspartei erhält in der Umfrage sieben, die AfD acht und die FDP vier Prozent der Stimmen. Eine große Koalition wäre damit rechnerisch im Rat weiterhin möglich. Nach der Oberbürgermeisterwahl wurde in Duisburg nicht gefragt. Sören Link (SPD) ist noch bis 2025 im Amt.

Bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2014 war die SPD noch auf 40,9 Prozent der Stimmen gekommen, die CDU auf 24,7 Prozent. Auf Platz drei zogen damals die Grünen in den Rat ein (7,3 Prozent). Die Linkspartei kam 2014 auf 6,5 Prozent. Die AfD spielte vor sechs Jahren mit 3,5 Prozent nur eine untergeordnete Rolle. In der repräsentativen Umfrage wurden 1000 Bürgerinnen und Bürger aus Duisburg befragt.

Abgefragt wurde auch, wie zufrieden die Menschen in der Stadt mit ihren Lebensbedingungen sind. Demnach geben 70 Prozent der Befragten an, „sehr zufrieden“ oder „zufrieden zu sein“. 2014 waren es noch 72 Prozent. In dieser Frage ist Duisburg Schlusslicht in allen elf von infratest dimap untersuchten Städten. Dazu gehören neben Düsseldorf und Köln auch Essen, Bielefeld und Wuppertal.

Die Meinungsforscher haben den Bürgern auch die Frage gestellt, welches ihrer Meinung nach das wichtigste kommunale Problem in Duisburg ist. Mehr als ein Fünftel (21 Prozent) nennen demnach die hohe Zahl an Einwanderern in der Stadt. Es folgen Verkehr und ÖPNV (10 Prozent), die Situation an Schulen und Kitas (8 Prozent), eine zu hohe Kriminalität (7 Prozent), die Infrastruktur (6 Prozent), der schlechte Arbeitsmarkt (6 Prozent), der Klimawandel (4 Prozent), soziale Ungerechtigkeit (4 Prozent), bezahlbarer Wohnraum in Duisburg (3 Prozent) und auf dem letzten Platz schließlich der Umgang mit der Corona-Krise (3 Prozent).

Die Pandemie scheint damit nicht im Fokus der Bürger zu sein. Infratest dimap wollte aber auch wissen, wie die Duisburger die Arbeit der städtischen Verwaltung in der Krise bewerten. Auch hier stellen die Bürger ein positives Zeugnis aus. Zehn Prozent der Duisburger äußern sich sehr zufrieden, 51 Prozent zufrieden. 20 Prozent sind weniger, zehn Prozent gar nicht zufrieden.

Zum 30. April gab es in Duisburg mehr als 370.000 Wahlberechtigte. Wer wählen will, muss mindestens 16 Jahre alt sein, Deutscher oder EU-Bürger sein und seinen Erstwohnsitz in Duisburg haben. Die Kommunalwahlen in NRW finden am Sonntag, 13. September, statt.

(atrie/th)