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Kommunalwahl 2020 Duisburg: Mikrofon-Panne bei SPD-Wahlkundgebung

Kommunalwahl 2020 : Mikrofon-Panne bei SPD-Wahlkundgebung in Rheinhausen

Beim Straßenwahlkampf auf dem Hochemmericher Markt bleiben die Sozialdemokraten weitgehend unter sich und sind kaum zu hören. Eine SPD-Forderung: ein Mindestlohn von zwölf Euro.

Um Arbeitnehmerrechte sollte es gehen, um Mindestlohn, um Gerechtigkeit – ureigene sozialdemokratische Themen also. Dass die SPD damit am Mittwochabend bei ihrer Wahlkampfveranstaltung weitaus weniger Menschen erreichte als erhofft, lag zumindest zum Teil an einer technischen Panne: Weil die Verstärkeranlage mitsamt des mit Corona-bedingt einer Plastiktüte umwickelten Mikrofons streikte, mussten die Protagonisten unplugged und ohne technische Unterstützung sprechen. Und das ist natürlich nicht so einfach, wenn alle Teilnehmer und Zuhörer einen Abstand von 1,5 Metern halten müssen. Zumindest die Redner durften dabei wenigstens ihre Masken abnehmen.

Während Marcus Mellenthin, SPD-Fraktionschef in der Bezirksvertretung, der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Bischoff und Oberbürgermeister Sören Link mit ihren Beiträgen noch einigermaßen zu verstehen waren, hatte der Hauptredner, SPD-Fraktionschef Bruno Sagurna, es deutlich schwerer. Keine zehn Meter im Rücken der Bushaltestelle, an der alle paar Minuten ein Bus ankam, hatte er schwer zu kämpfen, um bei den etwa 70 bis 80 Zuhörern durchzudringen. Mehr Teilnehmer durften es auch gar nicht sein, betonte Rainer Bischoff – das war im Vorfeld so ausgemacht. Markierungen auf dem Boden zeigten an, wie man genügend Abstand zum Nebenmann halten konnte.

Sören Link erinnerte daran, dass die Stadt selbst großen Wert auf die Einhaltung des Mindestlohn lege. Der müsse sich, das war allen Rednern wichtig, „perspektivisch“ in Richtung von zwölf Euro bewegen. Denn, so Sagurna: „Wer jeden Tag zur Arbeit geht, der muss auch gut davon leben können.“ Das waren Sätze, bei denen dann auch mal zaghaft Applaus aufkam.

Sagurna hob hervor, was die Sozialdemokraten in der vergangenen Ratsperiode alles erreicht hätten. Dabei hatte er auch Versprechen für die Bewohner im Duisburger Westen im Gepäck. Denn dort müssen die Bewohner die Nachteile des Logistik-Booms ertragen. Um vom zunehmenden LKW-Verkehr entlastet zu werden, ist auch an eine Osttangente von Logport I durch das Rheinvorland direkt zur A 40 gedacht. „Dafür haben wir eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben“, so der SPD-Fraktionschef. Und auch für die Cölve-Brücke werde es bald eine Lösung geben.

Anschließend gab es noch die Gelegenheit, sich am Infostand mit den Sozialdemokraten auszutauschen. Davon machten auch einige Bürger Gebrauch. Eher amüsiert sahen sich aber die meisten das Treiben von ihren Sitzen in der benachbarten Eisdiele am Marktforum an. Akustisch mitbekommen haben die Gäste dort allerdings rein gar nichts. Den meisten schien das aber sichtlich nicht viel auszumachen. Wahlkampf in Corona-Zeiten ist halt schwieriger als sonst – erst recht im Freien.

(mtm)