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Kommentar zur Bundestagswahl 2021: Kein Aufbruch in Duisburg

Bundestagswahl in Duisburg : CDU ist zweitstärkste Kraft in Duisburg – aber ohne Abgeordnete

Im Bund ist von Veränderung, Wechsel oder Aufbruch die Rede. Für Duisburg gilt das wohl eher nicht. Das Ergebnis in der Stadt bietet keine großen Überraschungen.

Der Ausgang der Wahl in Duisburg dürfte wohl die wenigsten überrascht haben. Die Höhe des Vorsprungs der SPD vielleicht schon. Doch dass der bundesweite Meinungsumschwung sich gerade in der einstigen SPD-Hochburg Duisburg niederschlagen würde, war erwartbar. Zumal man den beiden Duisburger Bundestagsabgeordneten Bärbel Bas und Mahmut Özdemir auch gar keine gravierenden Fehler ankreiden kann – sieht man einmal von Özdemirs wenig zimperlichen Methoden ab, Parteichef in Duisburg zu werden. Doch die internen Querelen der Duisburger SPD haben dem umtriebigen Homberger scheinbar kaum geschadet: Rund 39,4 Prozent im Vergleich zu 34,7 Prozent vor vier Jahren machen dies deutlich.

Dementsprechend wurde der Wahlkampf für die Genossen in Duisburg zwar nicht zum Selbstläufer, aber doch einfacher angesichts des Rückenwindes durch den bundesweiten Aufwärtstrend der Partei. Gerade in einer Hochburg wie Duisburg braucht sich die SPD keine Sorgen um den direkten Einzug ihrer Kandidaten in den Bundestag zu machen. Um so entspannter lässt es sich auf die Wähler zugehen. Die ganz große Bühne nutzte die SPD nicht – ganz im Gegensatz zu den Grünen. Die Partei mit ihren Duisburger Galionsfiguren Lamya Kaddor und Felix Banaszak sorgte für Auftritte ihrer Polit-Prominenz, einschließlich ihrer Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.

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Im Wahlkampf hatte sich die Duisburger CDU zwar bodenständig, aber auch allzu brav und bieder präsentiert. Dass sich die hiesigen Kandidaten an Infoständen auch noch für die Entscheidung rechtfertigen mussten, den scheinbar zweitbesten Mann fürs Kanzleramt nominiert zu haben, hat für sie die Sache nicht unbedingt leichter gemacht. Trotz allem sind die Christdemokraten auch in Duisburg nach wie vor zweitstärkste Partei. Da muss es doch um so mehr ärgern, wenn SPD, Grüne, Linke und vielleicht auch die FDP mit Duisburger Abgeordneten im Parlament vertreten sind – die CDU aber nicht.

So sehr aktuell von Veränderung, Wechsel oder Aufbruch die Rede sein mag – für Duisburg gilt das wohl eher nicht. So hat Oberbürgermeister Sören Link noch in der vergangenen Woche das Hohelied auf die Große Koalition aus SPD und CDU gesungen, weil deren Zusammenarbeit im Rat der Stadt vieles möglich mache. Ein Modell für Berlin? Wohl kaum.

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