1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Komma-Theater als tragende Säule

Duisburg : Komma-Theater als tragende Säule

Am Samstag startet das neuntägige Theaterfestival "Spielarten 2012". In elf Städten Nordrhein-Westfalens werden bis zum 18. November elf Stücke aufgeführt. Das Rheinhauser Komma-Theater ist bereits zum 13. Mal dabei.

Das Ambiente hätte nicht angenehmer sein können. Trauben, Mandarinen, der (erste) Christstollen, dazu Kaffee oder Tee — die bereitgestellten Köstlichkeiten entfachten einen vorweihnachtlichen Duft. Diverse Kerzen schufen eine gemütliche Atmosphäre. Der Termin im Komma-Theater erinnerte vielmehr an einen Adventsnachmittag als an ein normales Pressegespräch.

 Perspektivwechsel: In "Die Geschichte von Lena" findet sich Lena nach den Sommerferien plötzlich als Außenseiterin wieder.
Perspektivwechsel: In "Die Geschichte von Lena" findet sich Lena nach den Sommerferien plötzlich als Außenseiterin wieder. Foto: Ursula Kaufmann

Doch auch die Gesprächsrunde hatte einiges zu bieten. Schließlich werden anlässlich des Theaterfestivals "Spielarten 2012" herausragende Kinder- und Jugendtheater-Inszenierungen im Komma-Theater geboten.

"Es ist uns eine große Freude und wird ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten", war Michael Steindl voller Vorfreude auf das neuntägige Festival. Das Komma-Theater (Schwarzenberger Straße 147) nimmt laut dem künstlerischen Leiter Schauspiel des Theaters Duisburg einen hohen Stellenwert ein: "Das Komma-Theater ist sehr wichtig für das Festival. Wir werden hier sehr hohe Qualität und eine hochkarätige Besetzung zu sehen bekommen." Neben den sieben Stücken, die in Rheinhausen aufgeführt werden, stehen vier weitere Inszenierungen unter anderem in Köln auf dem Programm.

  • Ab Freitag dürfen Restaurants auch den
    Inzidenz steigt : Das sind die aktuellen Corona-Zahlen in Duisburg
  • Bärbel Bas spricht nach ihrer Wahl
    Bärbel Bas ist neue Bundestagspräsidentin : Die mächtigste Duisburgerin aller Zeiten
  • Lucas G. hat seine Verletzungen dokumentiert.
    Prozess in Duisburg : „Wie ein Stück Dreck in die Ecke gedrängt“

Den Anfang im Komma-Theater macht am Samstag, 10. November, das Kölner Comedy-Theater mit Erich Kästners "Emil und die Detektive". "Das ist sicherlich ein ungewöhnlicher Theatertag. Aber die Aufführung wird sehr vital und kraftvoll", verriet Helmuth "Helle" Hensen, Schauspieler am Komma-Theater. Dabei wird Emil bei seiner Berlin-Reise bestohlen und macht sich mit Hilfe weiterer Spürnasen fortan auf die Suche nach dem Dieb.

In der "Geschichte von Lena" werden Lenas Außenseiterrolle in ihrer Klasse und ihr Umgang damit aufgegriffen. "Die Brüder Löwenherz", gespielt vom Reibekuchentheater, handelt von den Brüdern Karl und Jonathan, die nicht nur in ihren Abenteuern mit Leben und Tod konfrontiert werden.

Das Stück "Kanalhelden" beschäftigt sich mit der Trennungsthematik. Die Eltern der Brüder Timo, Ole und Mats streiten auch nach der Scheidung weiter. Grund genug für das Trio, sich auf und davon zu machen. Im Rahmen des Werkes "Heute: Kohlhaas" rutscht ein anständiger Pferdehändler durch einen erschütternden Zwischenfall in die Kriminalität ab. Bei "Mister Mølsk" begibt sich gleichnamige Hauptfigur in das Museum der Klänge — und damit auf eine Reise voller Töne und Musik.

"Orfeus und Eudydike oder Efeu und der Dicke" bildet den Abschluss des Festivals in Rheinhausen. "Das ist eines der renommiertesten Stücke", sprach aus "Helle" Hensen die Vorfreude auf die Inszenierung des Theaters Mini-Art aus Bedburg-Hau mit der Geschichte der Clowns Edi und Abba.

Präsentiert wird das Festival von der städtischen Institution "Der Spielkorb". Elke Bruckmann vom "Spielkorb" betonte den pädagogischen Gehalt der Inszenierungen: "Es ist für jedes Alter etwas dabei. Für alle Stücke wird es pädagogisches Begleitmaterial geben." Noch dazu können Theaterpädagogen die Schulen besuchen.

Die Verantwortlichen rechnen mit vollen Sälen. Unter der Woche werden erfahrungsgemäß besonders Schulklassen im Publikum sitzen. Die (kleinen) Zuschauer können sich auf pädagogisch wertvolle und herausragend inszenierte Stücke freuen — selbst wenn es nicht mehr nach Christstollen und Mandarinen duften sollte.

(RP/rl)