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Duisburg: Kombibad: Grüne vor Kehrtwende?

Duisburg : Kombibad: Grüne vor Kehrtwende?

Die Bürgerinitiative zum Erhalt des Kombibades hat 13 325 Unterschriften gesammelt. Das dürfe man nicht ignorieren, sagen die Duisburger Grünen – und kündigen an, den Schließungsbeschluss noch einmal "überdenken" zu wollen.

13 325 Unterschriften hat die Bürgerinitiative zum Erhalt des Kombibads Homberg gesammelt. Das war der Stand gestern. Heute kann das schon wieder ganz anders aussehen, denn es kommen täglich Listen zurück. "Ich denke, dass es 15 000 werden könnten", sagt Michael Horz vom Vorstand der Bürgerinitiative. Einen Tag haben er und seine Mitstreiter noch Zeit: Morgen ist der letzte Abgabetermin für die Listen. Am Montag, 19. August, wird die Initiative die Unterschriften im Rathaus an Stadtdirektor Reinhold Spaniel übergeben.

8000 gültige Unterschriften sind am Ende notwendig für den angestrebten Einwohnerantrag für die nächste Ratssitzung. Die Chancen stehen also mehr als gut, dass das, was die Homberger gesammelt haben, ausreichen wird – selbst wenn einige ungültige Unterschriften dazwischen sind.

Diese Tatsache hat jetzt auch die Duisburger Grünen dazu veranlasst, noch einmal in sich zu gehen und ihre Entscheidung, das Kombibad in seiner jetzigen Form aufzugeben, zu überdenken. Denn es war bekanntlich ihre Fraktion, die im Juni 2012 im Rat gemeinsam mit SPD und Linken gegen den einstimmigen Beschluss der Bezirksvertretung das Aus für das Kombibad besiegelt hatte. Der Freibad- und Saunabereich, so das Votum, sollen geschlossen werden; lediglich das Hallenbad soll in Trägerschaft eines Vereins erhalten bleiben.

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"Für die anstehenden Haushaltsberatungen fordern die Duisburger Grünen Korrekturen am Haushaltssanierungsplan", schrieb Matthias Schneider, Sprecher der Grünen Duisburg, gestern in einer Pressemitteilung, die mit den Worten "Grüne wollen im Haushaltsplan das Freibad in Homberg erhalten" überschrieben war. Das Freibad liege den Grünen am Herzen. "Wir haben jetzt gesehen, dass es weiterhin heiße Sommer gibt und der Freibadbereich in Homberg übervoll war. Es kann nicht sein, dass im Hochsommer Kinder und Jugendliche im Bezirk Homberg / Ruhrort/ Baerl ohne Freibad dastehen", so Schneider.

Er forderte, dass "wir die Entscheidung zum Kombibad in Homberg noch einmal überdenken müssen" – nicht zuletzt auch deshalb, weil die Nachrechnung der Bezirksvertretung ergeben habe, "dass die von der Verwaltung vorgesehenen Einsparungen lange nicht zusammenkommen". Zu Beginn sei nicht einmal berücksichtigt worden, dass das Schulschwimmen noch im Hallenbad stattfinden müsse. "Alles in allem geht es um einen Restbetrag, der in den Haushaltsplan passt", sagte Schneider. Im Nachhinein sei auch klar geworden, dass es ja allein um die Jahre mit schlechterem Wetter gehe, in denen sich das Bad nicht finanziell allein trage.

Und nicht zuletzt sei da der Druck aus den Reihen der Bürger. "Die vielen Unterschriften für den Antrag haben gezeigt, dass die Menschen in Duisburg das Bad mit freiem Zugang ohne Mitgliedschaft erhalten wollen", so Schneider.

Er gehe davon aus, "dass die Kooperation (die rot-rot-grüne Ratsmehrheit, Anm. d. Redaktion) die neuen Fakten zu diesen Punkten berücksichtigen kann und bereit ist, Lösungen zu finden", sagte er abschließend.

Nun ist es ja bei den Duisburger Grünen bekanntlich so, dass Ratsfraktion und Partei nicht unbedingt immer auf einer Linie sind. Aber Grünen-Ratsfrau Claudia Leiße deutete gestern Ähnliches an: "Wir haben ja eigentlich immer gesagt, dass wir das Sparpaket nicht mehr aufschnüren. Aber ich denke, wir gucken uns das noch mal genauer an." Zum einem sei der Druck der Öffentlichkeit enorm. "13325 Unterschriften – das ist eine Menge", so Leiße. "Das spricht eine Sprache, die man ernst nehmen muss." Zum anderen gebe es "neue Erkenntnisse" darüber, was wirklich mit der Schließung des Kombibades gespart werden könnte. "Die Einsparungen, die Duisburg Sport nennt, sind fraglich", betonte Leiße. Auch das sei eine Überlegung wert, "da noch mal genau draufzugucken". Und sie machte auch deutlich: "Wenn sich neue Sachverhalte ergeben, denke ich schon, dass wir Manns genug sind, in der Fraktion noch mal umzudenken." Sie merkte aber wohl an, dass man sich in der Fraktion noch nicht auf eine gemeinsame Linie geeinigt habe, denn viele Mitglieder weilten im Urlaub.

Die Bürgerinitiative ist unterdessen guter Dinge. Sie gehe davon aus, "dass der Rat der Stadt Duisburg ein Einsehen hat", sagt Michael Horz. "Die Stadt Duisburg sollte wieder positiv in den Medien mit der Meldung erscheinen: ,Der Rat der Stadt Duisburg rettet das Kombibad in Duisburg-Homberg'".

(RP)