Kohlekompromiss: Duisburger GFW fordert Hilfe auch für Kraftwerksstandorte

Kohlekompromiss : Duisburger GFW fordert Hilfe auch für Kraftwerksstandorte

Die Duisburger Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GFW) hat den Kompromiss der Kohlekommission begrüßt. Duisburg sei durch das Kohlekraftwerk der Steag in Walsum schließlich auch betroffen. Die GFW fordert, die Standorte der Energiewirtschaft im Blick zu halten.

GFW-Chef Ralf Meurer sagte dazu: „Wir als Wirtschaftsförderung sind der Auffassung, dass ein ausgewogener Kompromiss zwischen den Belangen des Umweltschutzes und der Energiewirtschaft ausgelotet werden konnte.“ Die Kohlekommission empfiehlt Strukturhilfen in einem Umfang von 40 Milliarden Euro für die vom Kohleausstieg besonders betroffenen Bundesländer.

„Aussagen zum Ruhrgebiet oder gar zur Stadt Duisburg sind in den bisher bekannten Dokumenten aber noch nicht getroffen worden. Als Duisburger Wirtschaftsförderung ist es uns wichtig, zu betonen, dass sich der Fokus der Hilfen nicht ausschließlich auf das Rheinische Revier richten sollte. Auch die weiteren Standorte der Energiewirtschaft sind im Blick zu behalten. Künftige Maßnahmen der Strukturförderung sollten daher auch den Standort Duisburg berücksichtigen“, fordert Andree Haack, Wirtschaftsdezernent der Stadt und Mit-Geschäftsführer der GFW.

Die Wirtschaftsförderer Ralf Meurer (links) und Andree Haack. Foto: GFW

Erst jüngst hat sich die „Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“, besser bekannt als: „Kohlekommission“, auf einen Abschlussbericht verständigt. Die Kommission ist mit 28 stimmberechtigten Mitgliedern besetzt; diese kommen unter anderem aus Politik, Verbänden und Bürgerinitiativen. Deren Abschlussbericht zeigt der Politik einen Weg auf, um aus der Kohleverstromung auszusteigen. Diese soll ab 2035 in Erwägung gezogen werden und bis spätestens 2038 erfolgen. Bis 2022 ist geplant, per Saldo 12,5 Gigawatt Braun- und Steinkohle vom Netz zu nehmen.

„Darüber hinaus bleibt bezahlbare Energie eine wesentlich Voraussetzung zur Sicherung der Industrieproduktion in Deutschland, Nordrhein-Westfalen und in Duisburg. Daher muss sehr genau beobachtet werden, wie sich der Strommarkt und damit die Strompreise verändern“, erklärt Meurer. „Denn wenn die Industrie in den Sog der Energiewende gezogen wird, reichen die vom Bund in Aussicht gestellten 40 Milliarden Euro nicht aus, um effektiv gegenzusteuern“, mahnt Haack.

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