Duisburg: Klinikum: Millionen fehlen in der Kasse

Duisburg : Klinikum: Millionen fehlen in der Kasse

Die eingeplante Dividende des Sana-Klinikums für die Stadt bleibt zunächst aus. Der Rat verschob in seiner Sitzung am Montag die Entlastung der Geschäftsführung des Klinikums und fordert nun mehr Informationen.

Die Dividenenerwartung an das Sana-Klinikum war groß: Eine Millionen Euro an Gewinnausschüttung aus dem Jahresabschluss 2012 sollte in den städtischen Haushalt für 2013 einfließen. Stattdessen ergab die Jahresrechnung des Klinikums ein Minus von knapp 1,2 Millionen Euro. Eine Dividende für die Stadt gibt es daher nicht. Für die Folgejahre war die rot-rot-grüne Ratsmehrheit sogar von einer Ausschüttung von zwei Millionen Euro ausgegangen. Für 2012 war beim Sana-Klinikum eigentlich ein Gewinn von rund 7,3 Millionen Euro erwartet worden — am Ende fiel das Ergebnis um rund 8,5 Millionen Euro schlechter aus. Gründe sind vor allem bauliche und strukturelle Mängel sowie daraus resultierende Ordnungsverfügungen, die immer wieder zu Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten zwingen.

Zudem ist der Fachkräftemangel so gravierend geworden, dass ohne den (vergleichsweise teuren) Einsatz von Fremdpersonal Stationen zeitweise hätten geschlossen werden müssen. Mit den vorliegenden Zahlen wollte der Rat sich nicht zufrieden geben. Ein Antrag der rot-rot-grünen Ratsmehrheit hatte das Ziel, die Geschäftsführung des Klinikums zunächst nicht zu entlasten. Am Ende wurde die Entscheidung über eine Entlastung erst einmal vertagt. Stattdessen wurde die Geschäftsführung aufgefordert, eine Auswertung und Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung zur Beratung vorzulegen. Dem schloss sich der Rat einstimmig an. CDU-Fraktionschef Rainer Enzweiler fragte: "Warum hat der Aufsichtsrat des Klinikums dies nicht längst schon getan?"

"Zusätzlich soll die Geschäftsführung darstellen, mit welcher Strategie sie die Verpflichtung gegenüber den Gesellschaftern kurz- und mittelfristig einhalten möchten", heißt es wörtlich im Antrag von SPD, Grünen und Linken. Die Verwaltung geht davon aus, dass seitens der Stadt mittelfristig wieder Dividenden eingefordert werden.

Zudem beschloss der Rat die Einrichtung einer Kommunalen Integrationszentrums. Keine Mehrheit fand ein Antrag der CDU, die Leitung eines solchen Zentrums an eine Person mit Migrationshintergrund zu vergeben.

Zu Beginn der Ratssitzungen waren die neuen Dezernenten Thomas Krützberg (Jugend, Schule, Kultur) und Dr. Ralf Krumpholz (Umwelt) vereidigt worden. Beide baten in knappen Worten um Unterstützung ihrer Arbeit durch den Rat. "Ich habe als 15-Jähriger bei der Stadt angefangen. Da ist es heute für mich schon ein ganz besonderer Tag", sagte Krützberg. Krumpholz wies auf die großen Probleme Duisburg beim Feinstaub hin und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Umweltpolitik nicht zum Zankapfel in der Lokalpolitik wird. "Ich habe ein wohl bestelltes Haus vorgefunden", sagte Krumpholz und lobte damit seinen Vorgänger Dr. Peter Greulich, der bekanntlich als Geschäftsführer zu den Wirtschaftsbetrieben gewechselt ist.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bombenfund August 2011: Evakuierung des Klinikum Duisburg

(RP/ac/sgo)
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