Klinikkultur mit Improvisationstheater-Gruppe Impro Visite

Impro Visite in der Klinikkultur : Szenen aus dem Stegreif

Das Improvisationstheater „ImproVisite“ lieferte am Donnerstagabend herzerfrischende Unterhaltung im Rahmen der Buchholzer Klinikkultur.

In der Buchholzer Unfallklinik wurde am Donnerstag mächtig improvisiert. Das betraf aber – zum Glück – nicht die Arbeitsabläufe im Krankenhaus. Das Imrovisieren blieb eher Matthias Brandebusemeyer, Thomas Wansing und Markus Lürick vorbehalten, die mit ihrem „ImproVisite“-Theater im Rahmen des Klinik-Kultur-Programms in der Mehrzweckhalle des Klinikums auftraten.

„Gut abhängen“ heißt ihre aktuelle Bühnenshow, mit der sie die knapp einhundert Besucher an diesem Abend bestens unterhielten. Seit 2002 stehen sie als spielfreudiges und gut gelauntes Team auf der Bühne, ihr Handwerk haben die drei beim Bonner „Springmaus-Theater“ gelernt, dem humoristischen Branchenführer dieses Genres. Improvisations-Theater lebt von der Mitwirkung des Publikums, die zugerufenen Begriffe werden von den Akteuren auf der Bühne spontan und ohne Drehbuch in skurrile Handlungen mit Sketch-Charakter umgesetzt.

Das Ganze wird zudem musikalisch begleitet, auch hier ist Spontaneität und blitzschnelles Reagieren gefragt. Dass das Spaßmacher-Trio versteht, das Publikum in das aberwitzige Programm einzubeziehen, wurde – nach eher verhaltenem Beginn – im Laufe des Abends immer deutlicher.

Kurios war die Aufgabe, die das Ensemblemitglied Markus Lürick zu lösen hatte. Es galt, einen Filmtitel zu erraten, den das Publikum in seiner Abwesenheit ausgewählt hatte. Dazu spielte er Szenen aus diversen Filmen nach, um sich auf diese Weise dem zu erratenden Filmtitel zu nähern. Lürick war schnell auf der richtigen Spur. Gemeint war der Kino-Welterfolg „Pretty Woman“. Dass in diesem Film Julia Roberts eine Edelprostituierte spielte, kostete der Comedian mit den entsprechenden Bemerkungen zum Vergnügen des Publikums genüsslich aus.

Auch die abstrusesten Wort-Kombinationen wussten Brandebusemeyer, Lürick und Wansing – der am Keyboard musikalisch gekonnt improvisierte – zu verarbeiten. So entwickelten sie blitzschnell aus den Begriffen „Briefbeschwerer“ und „Engel“ kuriose musikalische Szenen, die unter anderem als Engel-Tango oder Briefbeschwerer-Rapp im Stile des österreichischen Pop-Sängers Falco performt wurden.

Für den Schwiegermutter-Sketch brauchte das Dreier-Team Verstärkung aus dem Publikum. Jürgen erklärte sich dazu bereit, dass die Frage „Bist du fit?“ berechtigt war, stellte er bei seinem Auftritt schnell fest. In schneller Abfolge hatte er eine Wohnungstür, die Tochter, einen Mantel, einen Schrank und auch einen Gummibaum nachzustellen. Diese durchaus sportliche Herausforderung erledigte er mit Bravour, seine Leistung wurde von den Besuchern mit starkem Beifall gebührend honoriert.

Auch ambitionierte Aufgabenstellungen löste das „ImproVisite“ – Ensemble im Handumdrehen. Dazu zählte, aus dem Begriff „Desinfektionsmittel – Dosiergerät“ (passend zum Veranstaltungsort) Szenen nachzustellen, die Vertreterbesuche zu verschiedenen Zeitabschnitten der Weltgeschichte („Vive La Desinfektion“) dramaturgisch wiedergaben. Am Ende gab‘s viel Beifall für die drei „Stegreif-Komödianten“, die den Besuchern einen vergnüglichen Abend beschert hatten. Beifall durfte sich auch der frühere HKM- Arbeitsdirektor Peter Gasse abholen, der im Zugabenblock den zur Puppe erstarrten Markus Lürick gekonnt fortbewegte.

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