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Duisburg: Klingendes Dankeschön

Duisburg : Klingendes Dankeschön

Mit dem Jubiläumskonzert "Klassik Open Air" am Samstag vor 6000 Besuchern auf dem Opernplatz und dem "Tag der offenen Tür" am Sonntag wurden die Feierlichkeiten "100 Jahre Theater Duisburg" erfolgreich eröffnet.

Schon Stunden zuvor beim Vorprogramm zur Festveranstaltung 100 Jahre Theater war der König-Heinrich-Platz am Samstag gut gefüllt, alleine die 1300 Sitzplätze vor der Bühne waren heiß begehrt, ebenso die Plätze im Außenbereich der Restaurants. Später dann lagerten sich die Menschenmassen auf den Freitreppen vor dem Citypalais, fluteten jeden freien Raum für Stehplätze. Der laue Spätsommerabend zeigte, dass manchmal eben doch ein guter Stern über der Duisburger Kultur leuchtet. Es war nicht das erste Open-Air-Konzert der Duisburger Philharmoniker, aber bei weitem das stimmungsvollste.

"Danke, dass Sie uns geholfen haben!" war nämlich das inoffizielle Motto beim Jubiläumskonzert "Klassik Open Air" auf dem Opernplatz vor dem Theater. Denn den stärksten Beifall spendeten die 6000 Besucher nicht den vorzüglichen künstlerischen Beiträgen, sondern den Hinweisen auf die Rettung der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg und damit auch der Duisburger Philharmoniker.

Im Frühjahr waren 63 000 Unterschriften gesammelt worden (die RP berichtete). Oberbürgermeister Sören Link betonte jetzt, das Duisburger Theater sei vor 100 Jahren nicht von der Kommune oder vom Staat errichtet worden, sondern die Duisburger Bürger hätten selbst dafür gesorgt. Besonders bejubelt, vor allem für seinen Einsatz für den Erhalt der Opernehe, wurde Altoberbürgermeister Josef Krings. Und Duisburgs neuer Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi freute sich: "Duisburg will seine Philharmoniker!"

Das von Kornelia Bittmann charmant moderierte Konzert war in der Tat ein wunderbares Dankeschön an die Duisburger Bürger und zugleich ein mehr als würdiger Auftakt sowohl für die neue Saison 2012/2013 als auch für die zweimonatigen Jubiläums-Feierlichkeiten. Nicht weniger als zehn Solistinnen und Solisten der Rheinoper, der Chor und Extrachor der Rheinoper sowie vor allem eben die bestens disponierten und motivierten Duisburger Philharmoniker gaben ihr Bestes.

Das war eine enorme Kollektiv-Leitung, doch stachen einige Musiker-Persönlichkeiten heraus, auch weil man sie auf den beiden riesigen LED-Monitoren gut sehen konnte. Bellincampi machte sich bei Besuchern und Musikern beliebt mit seiner unerschütterlichen Freundlichkeit und seinem ebenso unbestechlichen dirigentischen Handwerk, gleich mit der schmissigen Ouvertüre zur Oper "Candide" von Leonard Bernstein. Brigitta Kele, der blutjunge neue Sopran-Star der Rheinoper aus Rumänien, stellte sich vor mit der Vogel-Arie der Nedda "Qual fiamma avea nel guardo... Stridono lassù" aus der Oper "Pagliacci" ("Der Bajazzo") von Ruggero Leoncavallo, warm und zugleich klar klingend.

Zwischendurch trat auch Rheinopern-GMD Axel Kober ans Pult, leitete diverse Filmmusik sowie das monumentale Finale des zweiten Akts der Oper "Aida" von Giuseppe Verdi. Da standen vor dem Orchester zweimal vier der langen, so genannten Aida-Trompeten, die Verdi eigens für seine "ägyptische" Oper hatte bauen lassen, und schmetterten mit beim Triumphmarsch. Schmunzeln ließen die Großaufnahmen des swingenden und mitsingenden (!) Schlagzeugers Christoph Lamberty.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Duisburg feiert 100 Jahre Theater

(hod)