Duisburg: "Kleine Matrosen" gehen an Bord

Duisburg : "Kleine Matrosen" gehen an Bord

Die erste Großtagespflege in Homberg startet in einer alten Homberger Schiffervilla. In der privaten Kita betreuen Mutter und Tochter ein- bis dreijährige Kleinkinder.

Wenn man reinkommt, blickt man gleich auf einen mannshohen, rot-weiß gestreiften Leuchtturm. Dann fällt der Blick auf eine hölzerne Kajütentür mit Bullaugen links daneben. Rechts davon gleitet ein leuchtend oranges Schiff, das einer Folge von "Käpt'n Blaubär" entsprungen könnte, durch imaginäre, weil unsichtbare Wellen. Blickt der Besucher auf die rechte Seite des Flurs, entdeckt er eine farbige Glasmalerei. Sie zeigt eine alte, stolze Handelskogge auf hoher See. Eine Erinnerung an den früheren Eigentümer, einen wohlhabenden Binnenschiffer, der sich die Villa 1908 errichten ließ. Hier, in dem weißen Altbau an der Rheinstraße 24 in Homberg, lebte er mit seiner Familie ein auskömmliches Leben, 300 Meter Luftlinie vom Rhein entfernt.

Heute wuseln hier die "kleinen Matrosen" quicklebendig durch die hellen, kindgerechten Räume im Erdgeschoss mit ihren hohen Wänden und hübschen Stuckdecken. Denn jetzt ist hier eine gleichnamige private Kita "an Bord gegangen", hat die Großtagespflege "Die kleinen Matrosen" auf rund 170 Quadratmetern ihr neues Quartier bezogen. Ein Novum für Homberg. Denn bisher gab es keine Großtagespflege für Mädchen und Jungen unter drei Jahren in der Stadt im Grünen, so Leiterin Elke Mark (54). Erst vor fünf Monaten hat die examinierte Altenpflegerin mit Zusatzausbildung Kinderbetreuung mit Tochter Nadine Linder (29), einer gelernten Erzieherin, das Erdgeschoss der Villa angemietet, ideenreich umgestaltet und eingerichtet. Vorher bespielte und bespaßte Elke Mark die Gruppe von neun Kleinkindern mit einer Kollegin drei Jahre in Neukirchen-Vluyn.

Bis vor kurzem nannte sich die Gruppe noch "Die Buntstifte". Als die Räume der Kita in Neukirchen-Vluyn 2015 zu klein wurden, suchten Mutter und Tochter, die in Homberg und Orsoy wohnen, nach einem neuen Quartier im Westen Duisburgs. Zu ihrer Überraschung wurden sie im Internet schnell fündig. Bis kurz vor der Einweihung wurde in der "Villa Kunterbunt" noch fleißig gewerkelt. Am Eröffnungstag gewöhnten sich die Kleinen, die zumeist in Neukirchen-Vluyn leben, sichtbar schnell an ihre neue Umgebung. Und das nicht nur, weil ihre Eltern und die vertrauten Erzieherinnen die Eröffnung der Kita mitfeierten. Sondern weil sich die Knirpse den Bewegungsraum, den Kreativraum, die beiden Spielräume, daneben den liebevoll gestalteten Schlafraum, das Bad, die Küche, die große Terrasse mit dem Garten blitzschnell für sich entdeckten, ein- und annahmen.

(RP)
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